Gegner rufen zum Widerstand gegen Tram-West auf

Angeführt von Otto Seidl trommeln die Gegner der Tram-West in Hadern und Sendling erneut zum Protest. Sie fürchten Staus an der Fürstenrieder Straße – und die hohen Kosten.
| Irene Kleber
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Empfehlungen
Er will weiter gegen die Tram ankämpfen: Ex-Stadtrat Otto Seidl.
privat Er will weiter gegen die Tram ankämpfen: Ex-Stadtrat Otto Seidl.

München - Sie ist seit Ende 2016 beschlossene Sache, und auch im grün-roten Rathaus-Koalitionsvertrag steht sie drin: die rund acht Kilometer lange Tram-Westtangente, die (nach drei Jahren Bauzeit) ab 2026 vom Romanplatz in Neuhausen bis zum U-Bahnhof Aidenbachstraße in Sendling fahren soll – durch fünf Stadtviertel und die stark befahrene Fürstenrieder Straße. Nach jahrelangem Streit um wegfallende Autospuren und Parkplätze hatte am Ende auch die CSU den Plänen zugestimmt.

Doch jetzt steht dem Stadtrat wieder Ärger ins Haus: In Hadern (München) und Sendling-Westpark formiert sich gerade die Bürgerinitiative "Contra Tram Westtangente" neu. Die Gruppe, die große Staus auf der Fürstenrieder Straße fürchtet, hatte 2011 2.000 Unterschriften gegen die Trampläne gesammelt und mehrere Demos organisiert.

Otto Seidl: Westtangente muss neu gedacht werden

Vorkämpfer: Otto Seidl (CSU), der gerade seine letzten Amtstage als Stadtrat hinter sich hat, aber in seinem Heimatviertel Sendling-Westpark noch im Bezirksausschuss sitzt. Seidl zur AZ: "Wir gründen uns gerade neu und werden keine Ruhe geben." Noch an seinem vorletzten Stadtratstag Ende April hatte Seidl einen Antrag im Rathaus eingebracht, den die Verwaltung noch zu bearbeiten hat: "Westtangente neu denken", heißt er. Darin schreibt er: "Die Gesamtkosten der Westtangente sind nicht zu verantworten und darum muss über dieses Projekt neu entschieden werden."

Er will weiter gegen die Tram ankämpfen: Ex-Stadtrat Otto Seidl.
Er will weiter gegen die Tram ankämpfen: Ex-Stadtrat Otto Seidl. © privat

Nach aktueller Kalkulation beliefen sich die Kosten auf rund 250 Millionen Euro. "Rechnet man die Kostensteigerung nur auf drei Jahre im Voraus hinzu, so wird dieses Projekt 300 Millionen Euro verschlingen", schreibt er weiter.

Nun werde sich München wegen der Coronakrise massiv verschulden. "Vor dem Hintergrund finde ich es unverantwortlich von Grün-Rot, dieses Projekt auch noch gegen den Bürgerwillen zu realisieren. Ich würde das als Steuerverschwendung und Bürgerignoranz bezeichnen." Und wie findet die Rathaus-CSU den Vorstoß ihres Ex-Stadtrats? "Unsere Zustimmung zur Tram gilt", sagt Fraktionschef Manuel Pretzl zur AZ. "Solange die neue CSU-Fraktion das nicht neu diskutiert und einen neuen Beschluss fasst."

Lesen Sie hier: Neuer Zug für die U6 ab Donnerstag in Betrieb

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – mitdiskutieren Empfehlungen
0 Kommentare
Artikel kommentieren