Gastro in München: Zeit für mehr Platz

AZ-Lokalchef Felix Müller über die Diskussion um mehr Raum für die Gastronomie.
| Felix Müller
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"Abstand halten muss man eben nicht nur wollen. Man braucht auch den Platz dafür." Ein Kommentar von AZ-Lokalchef Felix Müller.
Daniel von Loeper, AZ-Montage "Abstand halten muss man eben nicht nur wollen. Man braucht auch den Platz dafür." Ein Kommentar von AZ-Lokalchef Felix Müller.

Mit Geld wird die Stadt viele Probleme nicht mehr lösen können. 2020 sind vor allem neue Ideen gefragt. Es wird um das Abwägen gehen. Was ist wichtig? Welche Interessen gehen wo vor?

Im Konflikt zwischen Virenschutz auf der einen Seite und gastronomischer Kultur, Arbeitsplätzen und dem natürlichen Bedürfnis der Städter, auch mal an der Ecke einen Kaffee trinken zu gehen, auf der anderen, wird ein Kompromiss nicht immer einfach sein.

Die Idee aber, sehr viel konsequenter als in der Vergangenheit Parkplätze in Freischankflächen umzuwidmen, besticht auf ganzer Linie. So kann der Abstand gewahrt werden, den Wirten geht es besser (und die Münchner behalten eine Chance, auch mal einen freien Tisch zu ergattern). Den ohnehin schon oft sehr vollen Gehwegen wird nicht noch mehr Raum genommen.

Wie kann Platz zum Leben geschaffen werden?

Natürlich drängen die Menschen nach draußen und es ist schwer, dort Abstand zu halten. Die Konsequenz daraus können aber nicht immer neue Rufe nach Sanktionen sein. Es muss darüber nachgedacht werden, wie Platz zum Leben geschaffen wird.

Trotz allem. Mit Gastronomie im Freien übrigens hat man mehr Einfluss darauf, dass Menschen Abstand halten als an der Isar und in den Parks. Zeit, mehr auf das Angebot zu setzen. Und nicht nur dort, wo man Essen oder Trinken kaufen kann. 2020 wäre auch ein sehr gutes Jahr, um viel mehr Parkbänke aufzustellen. Abstand halten muss man eben nicht nur wollen. Man braucht auch den Platz dafür.

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