Gardasee-Unglück: Vater von Opfer spricht mit verurteiltem Münchner

Nach dem tödlichen Bootsunfall auf dem Gardasee im vergangenen Jahr hat einer der beiden verurteilten Deutschen den Vater des toten Umberto Garzarella besucht.
| AZ/dpa
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Italienische Forensiker begutachten den Schaden an einem der an dem Unfall beteiligten Boote.
Italienische Forensiker begutachten den Schaden an einem der an dem Unfall beteiligten Boote. © Gabriele Strada/AP/dpa

München/Salò - "Ich muss vorsichtig sein, was ich sage, weil ich von allen für dieses Treffen kritisiert wurde", sagte Enzo Garzarella im Interview der italienischen Tageszeitung "Corriere della Sera" (Samstag). Der 53-Jährige Manager aus München kam ihm zufolge mit seiner Frau und einem Übersetzer an das Grab seines Sohnes. Sie hätten weiße Rosen und Zeichnungen seiner Kinder mitgebracht. "In jedem Fall fand ich die Geste schön. Sein Freund hat das zum Beispiel nicht gemacht", erklärte der Vater.

Garzarella hörte nach eigenen Worten auf sein Gefühl und ging zu dem Treffen mit dem Deutschen. Er schaffe es aber noch nicht, ihm zu vergeben. "Für mich ist er kein böses Wesen, wie er vielleicht in Deutschland gesehen wird", sagte Garzarella.

Opfer-Vater trifft sich mit verurteiltem Münchner

Die beiden hätten auch über den Unfall am 19. Juni 2021 gesprochen, als das Luxus-Motorboot der damals 52-jährigen Münchener kurz vor Mitternacht am Westufer bei Salò mit dem Boot von Umberto Garzarella (37) und Greta Nedrotti (25) kollidierte und das Paar aus der Gegend dabei zu Tode kam.

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Ein Gericht in Brescia verurteilte die beiden Deutschen am 21. März dieses Jahres zu Haftstrafen. Der Bootslenker erhielt vier Jahre und sechs Monate, der Bootsbesitzer zwei Jahre und elf Monate. Im Verfahren gaben beide an, nicht bemerkt zu haben, ein anderes Boot gerammt zu haben. In der Urteilsbegründung, aus der die Nachrichtenagentur Ansa zitierte, hieß es, der Bootslenker sei betrunken gewesen, weshalb der Bootsinhaber ihn nicht hätte fahren lassen dürfen.

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