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Galeria am Rotkreuzplatz: Schon wieder bleibt die Miete aus 

Es schaut nicht so gut aus für Galeria am Rotkreuzplatz: Der neue Eigentümer will an dem Standort neu bauen – und schon jetzt klappt es nicht zuverlässig mit den Mietzahlungen. Gleichzeitig machen sich Tausende im Netz und vor Ort für den Erhalt des Kaufhauses und der Arbeitsplätze stark. 
Nina Job
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Soll abgerissen werden: das Kaufhausgebäude am Rotkreuzplatz.
Soll abgerissen werden: das Kaufhausgebäude am Rotkreuzplatz. © AZ-Archiv/Petra Schramek

Mehrere Hundert Menschen haben sich am Samstag auf Initiative der SPD vor Galeria am Rotkreuzplatz versammelt, um für den Erhalt des angezählten Kaufhauses zu demonstrieren. Mitarbeiter, Kunden, Anwohner und Politiker setzen sich dafür ein, dass die Arbeitsplätze erhalten bleiben. Die nächste Demo soll am 29. Mai stattfinden. Auch eine Online-Petition bei change.org gibt es: Mehr als 2400 Menschen hatten sie bis Dienstagabend (12. Mai) unterschrieben.

2020 war für Galeria am Stachus Schluss. Alle Bemühungen, den Standort zu retten, waren am Ende vergeblich.
2020 war für Galeria am Stachus Schluss. Alle Bemühungen, den Standort zu retten, waren am Ende vergeblich. © imago/Michael Westermann

Die SPD-Fraktion im Stadtrat hat zudem OB Dominik Krause (Grüne) gebeten, Kontakt zu den Eigentümern aufzunehmen. "Der Kaufhof ist Kern des Stadtteils, Ankerpunkt und vor allem für viele Senioren unverzichtbarer Teil der Nahversorgung", heißt es in dem Antrag.

Ob die Politiker das Ruder herumreißen können? Wie berichtet, will der neue Eigentümer OFB an dem Standort neu bauen. Büros, Wohnungen und Hotelflächen sollen entstehen, auch rund 6000 Quadratmeter Einzelhandelsflächen sind geplant. Nach der Fertigstellung sollen wieder Geschäfte einziehen. Der Standort solle Nahversorgungszentrum bleiben, heißt es, Ladenflächen sind dann allerdings nur noch im Erdgeschoss und dem Untergeschoss vorgesehen.

Den Galeria-Karstadt zwischen Schützen- und Prielmayerstraße gibt es ebenfalls nicht mehr. Der Eigentümer plant eine Neubebauung – wie auch der Eigentümer des Galeria-Standorts in Neuhausen.
Den Galeria-Karstadt zwischen Schützen- und Prielmayerstraße gibt es ebenfalls nicht mehr. Der Eigentümer plant eine Neubebauung – wie auch der Eigentümer des Galeria-Standorts in Neuhausen. © IMAGO

Wenn für den Eigentümer alles nach Plan läuft, will er bereits 2027 mit dem Rückbau der Obergeschosse beginnen. Und was wird dann aus den Galeria-Mitarbeitern? "Man hat uns gesagt, dass die Festangestellten wahrscheinlich so gut wie alle in anderen Häusern unterkommen würden", so Betriebsrat Alfred Birkenmayer zur AZ.

Der Mietvertrag zwischen OFB und Galeria läuft bereits Ende Januar 2027 aus. Birkenmayer und viele seiner Kollegen hoffen, dass sich die ganzen Planungen und Genehmigungen noch ein bisschen länger hinziehen. "Wir hoffen, dass der Vertrag noch mal verlängert wird.“

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Doch schon jetzt läuft es nach AZ-Informationen nicht so, wie es laufen sollte mit den Mietzahlungen. Nach AZ-Informationen hat Galeria schon zum zweiten Mal die Miete nicht pünktlich bezahlt für die Immobilie am Rotkreuzplatz. Die April-Miete kam erst im Folgemonat Mai. Und die Miete für Mai wurde laut Insider bislang noch nicht gezahlt (Stand 12. Mai 2026). Galeria hat auf eine kurzfristige AZ-Anfrage bislang nicht geantwortet.

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  • Sim1 vor 2 Stunden / Bewertung:

    Wozu abreißen und neu bauen? Als Kaufhaus hat das Gebäude an sich wunderbar funktioniert. Nur das Sortiment geht am Bedarf vorbei. Der Rotkreuzplatz ist DAS Zentrum eines der größten Stadtviertel Münchens. Aber die Drogerie am Platz ist größenmäßig ein Witz. Handwerksdinge gibt’s nur auf einem halben Quadratmeter im Supermarkt oder weit entfernt im Baumarkt. Der nächste größere Discounter ist ebenfalls weit weg. Und die Post wird von vielen Minifilialen mitbetrieben, die so schnell voll sind, dass man seine Pakete im Nachbarviertel abholen muss. Lieber Bezirksausschuss, liebe Stadt, verbessert mal den Alltag eurer Bürger und sorgt dafür. dass unser Rotkreuzplatz wirklich Mehrwert bringt! Hier kommen jeden Tag tausende Menschen zusammen. Ein Einkaufszentrum mit dem richtigen Sortiment kann hier funktionieren.

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  • Radl Rainer vor 11 Minuten / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von Sim1

    Der Grund/die Immobilie ist schlicht zu teuer und zu groß. Der Umsatz erlaubt nicht die Mietzahlungen, die für den Eigentümer notwendig sind. Sicher hat Galeria alles versucht, um die Kostenstruktur zu steigern, trotzdem gelingt es nicht.

    Mit den in Neuhausen verbreiteten Lastenrädern, die man auch kostenfrei oder kostenpflichtig mieten kann, ist man in null komma nix beim Bauhaus in der Landsberger Straße oder bei Toom in Untermenzing.

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  • Wickie712 vor 5 Stunden / Bewertung:

    § 543 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 lit a) BGB ist doch eindeutig:
    Jede Vertragspartei kann das Mietverhältnis aus wichtigem Grund außerordentlich fristlos kündigen.

    Ein wichtiger Grund liegt insbesondere vor, wenn:
    der Mieter für zwei aufeinander folgende Termine mit der Entrichtung der Miete oder eines nicht unerheblichen Teils der Miete in Verzug ist oder

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