Für 870 Millionen Euro: So will München bezahlbares Wohnen schaffen

Bis 2020 will die Stadt 870 Millionen Euro in (günstigeres) Wohnen investieren. So viel wie noch nie zuvor. Die AZ zeigt, wo das Geld hinfließen soll.
| Irene Kleber
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In München soll ordentlich was gehen und dafür wird viel Geld in die Hand genommen - was das Paket „Wohnen in München VI“ beinhaltet.
dpa In München soll ordentlich was gehen und dafür wird viel Geld in die Hand genommen - was das Paket „Wohnen in München VI“ beinhaltet.

Bis 2020 will die Stadt 870 Millionen Euro in (günstigeres) Wohnen investieren. So viel wie noch nie zuvor. Die AZ zeigt, wo das Geld hinfließen soll.

Mehr Sozialwohnungen, bezahlbare Vier Wände für die Mittelschicht, keine Grundstücke mehr für Spekulanten: Am Dienstag will der Stadtrat das größte Wohnungsbau-Programm Deutschlands beschließen. „Wohnen in München VI“ heißt das 162-Seiten-Papier.
Was da alles an Plänen drinsteht, wird 870 Millionen Euro kosten. Zählt man dazu, was der Stadt an Einnahmen flöten geht, weil sie Wohnungen fördert, anstatt das Maximum an Gewinn rauszuholen, kommt der Kämmerer sogar auf die Summe von 1,4 Milliarden Euro. „So viel Geld hat noch keine deutsche Stadt in diesem Zeitrahmen investiert“, jubelt SPD-Stadtrat Christian Amlong. Worum geht’s konkret?

Mehr (Sozial-) Neubau

6596 Neubauwohnungen sind 2015 in München aus dem Boden gewachsen (Zielzahl war 7000). Das sportliche neue Ziel heißt: 8500 jährlich. Jede sechste davon sollen die städtischen Wohnungsbaugesellschaften GWG und Gewofag hinklotzen (bisher: jede zehnte). Und: Darunter sollen nicht mehr 1800 Sozialwohnungen sein, sondern neu: 2000.
Auch beim Baurecht will die Stadt aufs Gas drücken. Bisher lag die Zielzahl bei 3500 im Jahr (wobei 2015 doppelt so viel geschafft wurde). Nun liegt das Ziel bei einem Baurecht für 4000 neue Wohnungen. BREMSE für Spekulanten
Städtischen Grund kaufen? Geht künftig nur noch für die städtischen Wohnungsgesellschaften – oder im Erbbaurecht, also so, dass der Grund nach Jahren wieder an die Stadt zurückfällt. Das hat die Rathaus-SPD lange gefordert. „Damit sichern wir, dass Mietwohnungen dauerhaft bezahlbar bleiben“, sagt Amlong. „Weil keiner mehr damit spekulieren kann.“ Ausnahmen soll es nur in Einzelfällen, etwa bei Genossenschaften und Baugemeinschaften geben.

Schutz für Mieter

Die „Erhaltungssatzungen“ für einzelne Viertel schützen die Mieter dort vor Luxussanierung – laufen aber jeweils nach fünf Jahren aus. Künftig will die Stadt nicht nur weitere Gebiete schützen, sondern alte Satzungen grundsätzlich verlängern. Und: Wer seine Wohnung teuer an Touristen vermietet, anstatt zu Normalpreisen an Münchner, darf sich auf empfindliche Strafen einstellen.

Günstig wohnen für die Mittelschicht

Auch für Münchner, die knapp zu viel verdienen, um eine Förderung zu kriegen, soll sich ein Konzept etablieren: Im Rahmen des „Konzeptionellen Mietwohnungsbaus“ (KMB) sollen bei Neubau-Wohnanlagen auf städtischem Grund 30 Prozent KMB-Wohnungen sein – mit Mietpreisen auf höchstens Mietspiegel-Niveau.

Das neue München-Modell

(Noch) ein Streitpunkt in der schwarz-roten Rathauskoalition: Rund 100 geringverdienende Münchner können bislang pro Jahr im Rahmen des „München-Modells“ Wohnungen (fast) zum halben Marktpreis kaufen. Die SPD will diese Möglichkeit abschaffen, weil hier Einzelne auf Kosten der Masse profitieren. Die CSU stemmt sich dagegen. Am Montag wollen die Fraktionen einen Kompromiss ausdebattieren, ehe Dienstag abgestimmt wird.

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