Flüchtlinge ins Schloss? Stadt sagt Nein!

In Nymphenburg steht seit Jahren ein Trakt leer. Ein CSU-Stadtrat will dort Asylbewerber unterbringen.
| Christian Pfaffinger/az
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Artikel empfehlen
Laut Stadtrat Marian Offman (CSU) könnten in diesem Trakt Flüchtlinge untergebracht werden.
ho Laut Stadtrat Marian Offman (CSU) könnten in diesem Trakt Flüchtlinge untergebracht werden.

München - Herrschaftlich breit liegt es da, das Barock-Schloss Nymphenburg, eingezwickt von einem Kanal und jährlich besucht von Hunderttausenden Touristen, die sich drinnen etwa die Schönheiten und Gspusis König Ludwig I. in der Galerie anschauen. Es wurlt meist ganz gut im Schloss.

Aber nicht überall. Weniger gut besucht ist etwa ein Trakt im Nordteil des Schlosskomplexes. "Dieser Teil steht seit Jahren leer", sagt Stadtrat Marian Offman (CSU). Eine reine Platzverschwendung, findet er. Seine Idee für den Geistertrakt: Hier könnte die Stadt Flüchtlinge unterbringen.

"Die Unterbringung von Asylbewerbern ist derzeit in München außerordentlich problematisch", sagt Offmann. Viele Flüchtlinge müssen mittlerweile in Zelten leben, weil es in den regulären Unterkünften keine Plätze mehr gibt.

Angesichts dieser Notlage stelle sich die Frage nach der Nutzung der Räume im Schloss Nymphenburg, sagt Offman. Deshalb hat er bereits im August einen Antrag eingereicht: Darin fordert er Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) auf, zu prüfen, wem die Räume eigentlich gehören, was dort geplant ist, und ob nicht Flüchtlinge einziehen könnten.

 

Mütter mit Kindern und junge Frauen sollen im Schloss unterkommen

Der Gebäudetrakt in der Maria-Ward-Straße sei offensichtlich seit Jahren nicht genutzt worden. Solche Leerstände brauche man sich in der derzeitigen Situation nicht leisten, meint Marian Offman.

Der Stadtrat hat dabei eine bestimmte Art der Nutzung im Sinn: "Kurzfristig und temporär, für alleinstehende Frauen mit Kindern oder weibliche unbegleitete Minderjährige im Asylverfahren". Aus den Kriegsgebieten kämen viele Frauen mit Kindern, und für sie würde sich der Ort besonders eignen: "Wegen der nahe liegenden Schulen", sagt Marian Offman.

 

Sozialreferentin: Gebäude wird abgerissen

Nach gut drei Monaten des Wartens hat Offman nun eine Antwort von der Stadt bekommen – und die fällt negativ aus. Derzeit werden die Räumlichkeiten laut Aussage von Sozialreferentin Brigitte Meier zwar nur durch das Kultusministerium als "anthropologische Lagerstätte" genutzt, eine Umfunktionierung zur Flüchtlingsunterkunft soll aber trotzdem nicht erfolgen.

Der Grund dafür ist ebenso simpel wie ernüchternd: "Die Räumlichkeiten eignen sich nicht zur Unterbringung von Flüchtlingen, da sie baulich in schlechtem Zustand sind und in naher Zukunft abgerissen werden sollen", schreibt Meier in ihrer Antwort an Offman.

 

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – hier diskutieren Artikel empfehlen
0 Kommentare
Artikel kommentieren