Filetstück am Starnberger See: Stadt denkt über Verkauf nach
Weil der Stadt das Geld ausgeht, denkt die Mango-Koalition gerade darüber nach, wertvolle Immobilien zu verkaufen. Zum Beispiel fordert FDP-Chef Jörg Hoffmann den Verkauf von Schloss Kempfenhausen am Starnberger See. Auch der Verkauf des städtischen Strands "Paradies" kommt für ihn in Frage.
Jetzt kommen weitere Vorschläge aus der Opposition dazu. Die CSU beantragt, das Seminarzentrum "Haus Buchenried" zu schließen und zu verkaufen. Es handelt sich dabei um eine Außenstelle der Volkshochschule am Ostufer des Starnberger Sees. Auch ein Stück Strand und ein Steg gehören zu dem Anwesen.
"Wir möchten jetzt prüfen lassen, ob ein Verkauf dieses nobel gelegenen Standorts zu signifikanten Einsparungen im Münchner Haushalt führen kann", sagt CSU-Chef Manuel Pretzl.
Er könnte sich damit eher anfreunden als mit einem Verkauf des städtischen Badestrands: "Bevor man einen frei zugänglichen Badestrand wie das Paradies verkauft, den jährlich Zehntausende Münchner nutzen, sollte man auch andere Liegenschaften auf den Prüfstand stellen", findet Pretzl. Im Stadtrat werde inzwischen über Einsparungen in Höhe von wenigen Zehntausend Euro für wichtige Projekte gestritten, schreibt die CSU in ihrem Antrag.
Die Grünen lehnen den CSU-Vorstoß ab. Stadträtin Gudrun Lux weist darauf hin: "Das Haus Buchenried dient laut Bebauungsplan der Gemeinde Berg ausschließlich der Volkshochschulnutzung. Ein lukrativer Verkauf dürfte damit Stand jetzt unmöglich sein, ob die Gemeinde Berg generell ein Interesse daran hätte, den B-Plan zu verändern, darf bezweifelt werden."
Eine Schließung ohne Verkauf habe bei einer kostendeckend arbeitenden Einrichtung noch weniger Sinn. Lux fordert, intern darüber zu sprechen, wie die Stadt die Potenziale des Tagungshauses noch besser nutzen könnte.
Verkauft die Stadt den Flughafen?
Derweil überlegt auch Volt, wie die Stadt an Geld kommen kann. Die Europapartei fordert, dass die Stadt prüft, zumindest teilweise ihre Anteile am Flughafen zu verkaufen. Eine unabhängige Marktsondierung soll den Marktwert und potenzielle Käufer identifizieren, heißt es in dem Antrag.
"München steht vor gewaltigen Investitionen in die Zukunft. Allein für den Ausbau der U-Bahnen oder den Wohnungsbau brauchen wir Milliarden. In dieser angespannten Haushaltslage darf es keine Denkverbote geben", erklärt Felix Sproll, der Fraktionschef von Volt im Münchner Stadtrat.
Er fordert, dass die Anteile nur europäischen Käufern angeboten werden dürfen und dass die Stadt ihr Mitspracherecht behalten müsse. Die Stadt müsse weiterhin einen Sitz im Aufsichtsrat behalten. Die CSU fordert den Verkauf eines Teils der Flughafenanteile schon lange. Auch SPD-Bürgermeisterin Verena Dietl hat das vor Kurzem ins Spiel gebracht.
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