Feierverbot nach eskalierter Party: Elite-Studenten verwüsten Maximilianeum

Vor allem die Büros einiger Grünen-Politiker wurden arg in Mitleidenschaft gezogen, als 300 Gäste beim Feiern aufdrehten.
| Ralf Müller
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Nach der wilden Party mussten die Stipendiaten zum Putzen im Landtag anrücken. (Symbolbild)
dpa Nach der wilden Party mussten die Stipendiaten zum Putzen im Landtag anrücken. (Symbolbild)

Vor allem die Büros einiger Grünen-Politiker wurden arg in Mitleidenschaft gezogen, als 300 Gäste beim Feiern richtig aufdrehten.

München - Es ist nicht so, dass im Maximilianeum, dem Sitz des Landtags, nicht gefeiert werden dürfte. Das geschieht sogar recht oft und ausgiebig und mit Frankenwein und Gerstensaft. Nicht selten ist Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU) die Einladende. Der Landtag aber ist nur Mieter im Maximilianeum, das der gleichnamigen Stiftung gehört. Sie wurde 1852 von König Maximilian II von Bayern gegründet, um hoch begabten bayerischen Abiturienten ein sorgenfreies Studium mit Kost und Logis zu ermöglichen.

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Diese Elitestudenten wollen beim Feiern den Abgeordneten im Nachbartrakt verständlicherweise nicht nachstehen. Jetzt scheinen die Einser-Abiturienten übertrieben zu haben. Am Wochenende soll eine Weihnachtsparty aus dem Ruder gelaufen sein, wie das im Facebook-Zeitalter passiert.

Etwa 300 Leute sollen leere Flaschen, Scherben und auch Unappetitlicheres im und am Hohen Haus hinterlassen haben, vor allen in den Räumen der Grünen. Die wollen jedoch nach tätiger Reue der Studenten keine Anzeige erstatten: „Alles nicht so tragisch“, so Fraktionschef Ludwig Hartmann. Von dem Verdacht, das Monumentalgemälde „Kaiserkrönung Ludwigs des Bayern in Rom“ unmittelbar vor dem Plenarsaal beschmuddelt zu haben, sprach die Landtagsverwaltung die Maximilianer frei. Die grauen Flecken, so Landtagssprecher Anton Preis, seien schon vor der Party festgestellt worden.

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Bleibt die Frage, wie etwa 250 „Externe“ so einfach in den üblicherweise durch Personenkontrollen abgesicherten Landtagssitz gelangen konnten, um sich den Alkohol- und anderen Genüssen hinzugeben. Der Sicherheitsdienst habe offenbar versagt, so der SPD-Polizeiexperte Peter Paul Gantzer.

Stiftungsvorstand Hanspeter Beißer hat jetzt ein Partyverbot ausgesprochen. Auch wenn sich der materielle Schaden auf nur eine Vase reduziert, nehme er die Sache doch „sehr ernst“, sagte Beißer.

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