Faule Münchner, volle Tonnen: Fraktion schlägt Lösung für Papier-Problem vor

Wegen des boomenden Online-Handels ist die Menge der zu entsorgenden Kartonagen nicht mehr zu bewältigen. Die Stadt müsse reagieren, findet die Rathaus-Fraktion ÖDF/Freie Wähler.
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Mülltonnen in einem Münchner Hinterhof. (Archivbild)
Mülltonnen in einem Münchner Hinterhof. (Archivbild) © imago images/imagebroker/bail

München - Weil der Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM) der zunehmenden Menge an Müll von Kartonagen nicht mehr Herr wird, sollen die 1.100 Liter beziehungsweise 770 Liter fassenden Papiertonnen für Privathaushalte nicht wie bisher alle 14 Tage, sondern wöchentlich entleert werden.

Online-Handel boomt: Menge der zu entsorgenden Kartons steigt

Das fordert die Rathaus-Fraktion ÖDP/Freie Wähler in ihrem aktuellen Antrag. Demnach solle die Stadt zudem prüfen, ob der AWM die Papiertonnen für Privathaushalte in Gebieten mit bisher wöchentlicher Leerung künftig zweimal pro Woche leeren kann.

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Die Corona-Krise und das veränderte Einkaufsverhalten beschere dem Online-Handel einen Boom, schreibt die Fraktion. Weil die Zahl der verschickten Pakete bundesweit in diesem Jahr gegenüber 2019 um 13,4 Prozent gestiegen sei, nehme auch die Menge der zu entsorgenden Kartonagen zu.

"Daher haben diese Tonnen ihre Kapazitätsgrenze oft schnell erreicht und sind regelmäßig nach ein paar Tagen voll, selbst wenn sich Hausbewohnerinnen und Hausbewohner um eine vorschriftsgemäße Zerkleinerung bemühen. Aufgrund der überfüllten Papiertonnen werden viele Kartons einfach neben die Behälter gestellt, welche dann für die AWM-Beschäftigten kaum mehr zugänglich sind", heißt es in dem Antrag.

"Restmüllverbrennung kostet den Abfallgebührenzahler viel Geld"

Es gebe starke Verzögerungen bei der Leerung der Behälter, zudem würden die Kartonagen oft im Restmüll
entsorgt. "Die Restmüllverbrennung kostet den AWM und damit den Abfallgebührenzahler viel Geld,
während mit dem Verkauf gesammelten Papiers Einnahmen erzielt werden", so ÖDP/Freie Wähler.

Ein Großteil des Münchner Papiers werde über einen kleinen Teil des Bestandes an Papiertonnen in den Wohnanlagen (1.100 und 770 Liter) eingesammelt: "Es ist wohl die wirtschaftlichste Lösung, nur deren Leerungsfrequenz zu erhöhen", weil der logistische Mehraufwand für die Verdoppelung der Leerungsfrequenz nur dieser Großbehälter bei weniger als einem Viertel des zusätzlichen Aufwands für eine Verdoppelung der Leerungsfrequenz aller Tonnen liegen dürfte - während zugleich ein Vielfaches an Volumen gegenüber den 120-Liter- und 240-Liter-Tonnen abgeschöpft werde.

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