Ein Blick in die Tonne: So viel Müll produzieren die Münchner

Die Münchner könnten mit ihrem Plastikmüll in nur einer Woche einen Turm der Frauenkirche ausfüllen – trotzdem werfen sie inzwischen weniger weg als in den 90er Jahren: und zwar 13 Prozent weniger.
| Christina Hertel
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Der Papiermüll kommt in München in die blaue Tonne.
Der Papiermüll kommt in München in die blaue Tonne. © Peter Kneffel/dpa

München - In einer Stunde produzieren die Münchner so viel Plastikmüll, dass man damit die komplette Bavaria füllen könnte. Nach einem Tag wäre das Siegestor voll. Nach einer Woche ein Turm der Frauenkirche. Nur mit Plastikmüll. Rechnet man Papier, Bio und Glasmüll mit ein, fallen in München im Jahr mehr als 560.000 Tonnen Abfall an. Das sind 365 Kilo pro Kopf. Diese Zahlen ermittelte der Abfallwirtschaftsbetrieb München 2018.

Die Müllberge erscheinen riesig – tatsächlich fiel früher noch mehr Abfall an. In den vergangenen 20 Jahren, zwischen 1999 und 2019, sank die Menge des Restmülls um 13 Prozent.

Corona führt daheim zu mehr Müll

Dieser Trend könnte sich nun wieder ändern. Denn seit Corona die Menschen zwingt, sich mehr daheim aufzuhalten, fällt dort auch mehr Abfall an. In der Zeit des ersten Lockdowns zwischen Ende März und Ende April stiegen die Mengen des privaten Restmülls um 8,5 Prozent im Vergleich zu 2019 an. Auch zehn Prozent mehr Bioabfälle fielen verglichen mit dem Vorjahr an.

AWM-Sprecher Willi Schüler erklärt sich das unter anderem damit, dass während des Lockdowns zeitweise die Wertstoffhöfe geschlossen hatten. Erstaunlicherweise sank die Menge des Altpapiers um elf Prozent. Das könne, so der Pressesprecher, daran liegen, dass durch Online-Käufe zwar mehr anfiel, aber der Papiermüll nicht zerkleinert in die Papiertonnen gegeben wurde.

So seien die Tonnen durch mehr Volumen gefüllt gewesen. Insgesamt sei aber weniger Gewicht zustande gekommen. Schlechter getrennt hätten die Bewohner während des Lockdowns allerdings nicht.

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Fakten zum Müll in München

Im Jahr produzieren die Münchner 526.296 Tonnen Müll, das sind pro Kopf rund 365 Kilogramm. Der Restmüll-Verbrauch pro Kopf liegt bei ca. 201 kg/Jahr (Stand 2018). Zum Vergleich: In Berlin sind es 225 kg pro Kopf und Jahr, in Hamburg immerhin noch 208 kg pro Kopf und Jahr.

Hausmüll

Im Jahr 2018 wurden vom Abfallwirtschaftsbetrieb München folgende Mengen entsorgt:

  • Restmüll: 302.995 Tonnen
  • Papier: 81.310 Tonnen
  • Biomüll: 44.982 Tonnen

Um die drei Tonnen vor den Haustüren der Münchner zu leeren, sind 154 sogenannten Müllsammelpartien, also ein Team aus einem Fahrer und zwei Müllladern, unterwegs. Sie leeren pro Tag 60.000 Tonnen.

Wertstoffe

Im Jahr 2018 entsorgte das Duale System in München folgende Mengen:

  • 25.850 Tonnen Altglas (pro Kopf sind das ca. 17 kg)
  • 8.017 Tonnen sogenannte Leichtverpackungen (pro Kopf sind das ca. 5 kg)

Sperrmüll

Im Jahr 2018 haben die Münchner 86.077 Tonnen Sperrmüll über die Werstoffhöfe entsorgt.

Müllentwicklung

In München sinken die Müllmengen. Das zeigt sich, wenn man vergleicht, wie viel Müll pro Kopf die Münchner 1999 und 2019 weggeworfen haben. Waren es beim Restmüll im Jahr 1999 noch 225,64 kg, so waren es 20 Jahre später 196,12 kg – das macht einen Rückgang von 13 Prozent. Beim Papier ist die Entwicklung ähnlich. Hier waren es 1999 im Schnitt 63,45 kg, 2019 dann 54,1 kg – ein Rückgang von 14,7 Prozent.

Wie viel Müll wird verbrannt?

Der Restmüll und der Sperrmüll werden in München komplett im Heizkraftwerk Nord verbrannt. Daraus entsteht Strom für Münchner Haushalte. 2018 waren das:

  • 706.427 Tonnen verbrannte Abfallmenge
  • 108.860 MWh erzeugter Strom
  • 848.368 MWh erzeugte Fernwärme

 

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