Familienfreund vergewaltigt Zehnjährigen

Der Mann vergeht sich mehrmals an dem Kind. Vor Gericht schweigt er zu den Vorwürfen.
| Sophie Anfang
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Artikel empfehlen Teilen

München - Eine zierliche Frau, in Schwarz gekleidet, umklammert das Taschentuch in ihrer Hand. Mehrmals muss Mihaela V. (33, Namen geändert) kurz unterbrechen, als sie davon erzählt, was ihr zehnjähriger Sohn erlebt hat. Weil ihr die Tränen kommen. Jan ist vergewaltigt worden, von einem Mann, der bei der Familie ein uns aus gehen durfte. Der zu gemeinsamen Essen eingeladen wurde und auf V.s Kinder aufpasste. „Er war wie ein Freund. Ich habe ihm vertraut“, sagt Mihaela V..

V. hat den Angeklagten Ahmed A. über ihren Freund kennengelernt. Zweimal passte er auf die Kinder auf, weil der Babysitter kurzfristig ausfiel.

Lesen Sie hier: München: Studentin tötet Ex-Freund – Polizei gräbt Leiche aus

Das Vertrauen hat A. nach Beweislage übel missbraucht. Mehrmals soll er Jan vergewaltigt haben. Das erste Mal, als er mit dem Buben zunächst einkaufen und dann in seine Wohnung fuhr. Dort zog er erst Jan aus, dann sich selbst.

Der Zehnjährige versuchte, sich zu wehren, aber gegen den hochgewachsenen A. hatte er keine Chance. „Er hat gesagt, dass er das nicht will und dass er aufhören soll, aber er hat nicht aufgehört“, berichtet Jans Mutter.

Mindestens drei weitere Male verging sich A. an Jan, sogar in der Wohnung der Familie V.. Dann vertraute sich Jan seiner Mutter an. Sie hätten gemeinsam ferngesehen, erinnert sich Mihaela V, als Jan auf einmal fragte, ob sie reden könnten. Natürlich, sagte V. „Aber das ist schwer, Mama“, sagte Jan – und berichtete, was ihm angetan wurde.

Bei der Verhandlung gibt sich Ahmed A. wortkarg. Sein Wahlverteidiger ist nicht erschienen, mit seinem Pflichtverteidiger will der 43-Jährige nicht reden. Dem Zuschauerraum dreht er den Rücken zu. Er rührt sich kaum. Ob er aussagen will, fragt die Richterin. – „Nö.“ Ihm sei ja sicher bewusst, dass die Beweislast groß ist, es wurden DNA-Spuren gefunden, fährt die Richterin fort. – „Ich habe nichts mehr zu sagen.“ Dabei belässt es A. auch.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – hier diskutieren Artikel empfehlen
0 Kommentare
Artikel kommentieren