Ex-Freund im Garten verscharrt - Polizei findet Leiche

Ein spektakulärer Kriminalfall hat die Münchner Polizei am Mittwochmorgen nach Haar geführt. Im Garten eines Einfamilienhauses graben die Ermittler seitdem nach einem Mordopfer aus dem Jahr 2010, von dessen Existenz sie bis vor wenigen Tagen gar nichts wussten.
| Von Ralph Hub und Nina Job
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Der Tatort des sechs Jahre zurückliegenden Verbrechens.
Hub 8 Der Tatort des sechs Jahre zurückliegenden Verbrechens.
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Hub 8 Der Tatort des sechs Jahre zurückliegenden Verbrechens.
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Hub 8 Der Tatort des sechs Jahre zurückliegenden Verbrechens.
Der Tatort des sechs Jahre zurückliegenden Verbrechens.
dpa 8 Der Tatort des sechs Jahre zurückliegenden Verbrechens.
Der Tatort des sechs Jahre zurückliegenden Verbrechens.
dpa 8 Der Tatort des sechs Jahre zurückliegenden Verbrechens.
Der Tatort des sechs Jahre zurückliegenden Verbrechens.
dpa 8 Der Tatort des sechs Jahre zurückliegenden Verbrechens.

Eine Studentin (31) soll ihren Ex-Freund getötet und die Leiche mit Hilfe ihres Lebensgefährten vergraben haben – vor fünf Jahren bereits

München - Etliche Spekulanten haben sich bereits für das Haus in der Zunftstraße in Haar interessiert. Doch die Besitzerin lehnte immer ab, obwohl der Grund Millionen wert ist. Gabriele P. (31) konnte nicht verkaufen. Dann wäre ihr Geheimnis aufgeflogen. Verbuddelt im Garten hinterm Haus lag die Leiche ihres Ex-Freundes Alexander H. – die Polizei fand gestern die Leiche.

Alexander H. studierte in München Literatur und Japanologie. Doch dann verschwand der damals etwa 28-Jährige von einem Tag auf den anderen. Er meldete sich weder bei seiner Familie noch bei Freunden oder Kommilitonen. Die Eltern gingen schließlich zur Polizei. „Sie wollten Vermisstenanzeige erstatten“, sagt Markus Kraus, Chef der Münchner Mordkommission. „Uns waren die Hände gebunden. Der Mann war volljährig und konnte tun, was er wollte. Hinweise auf ein Verbrechen lagen uns nicht vor.“

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Ende 2009, Anfang 2010 gab es das letzte Lebenszeichen von Alexander H. Seine Eltern beauftragten sogar einen Privatdetektiv, der herausfinden sollte, was mit ihrem Sohn passiert war. Doch auch der Detektiv fand keine Spur. Es schien, als habe er eine andere Frau kennengelernt. „Es gab Anhaltspunkte, dass er mit ihr nach Rumänien ausgewandert ist“, sagt Markus Kraus. Merkwürdig war nur, dass es von dem Münchner keine Handydaten, keine Kontobewegungen oder sonstige Lebenszeichen gab.

Niemand ahnte, dass der Student längst tot war. Ermordet und anschließend im Garten zwischen Ententeich und Holzverschlag wie Abfall im Erdreich verscharrt.

Unter Verdacht steht seine damalige Freundin Gabriele P., eine Pädagogikstudentin. Jahrelang waren sie ein Paar. „Er hat viel im Haus und im Garten gearbeitet und alles in Ordnung gehalten“, erinnert sich ein Nachbar. Sie hielten Kaninchen, Enten und einige Katzen.

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Erst im Sommer fand die Hochzeitsparty im Garten statt

Das riesige Grundstück mit dem Haus hatte Gabriele P. von ihren Großeltern geerbt. Eines der Zimmer vermietete sie an andere Studenten. „Für uns wäre sehr wichtig, dass sich diejenigen bei uns melden, die dort gewohnt haben“, betont Markus Kraus. Die Studenten-WG war offenbar beliebt. „Sie haben immer freundlich gegrüßt“, sagt ein Nachbar. „Sie schienen glücklich zu sein.“

Im Januar 2016 meldete sich schließlich jemand bei der Polizei, der offenbar sein Gewissen erleichtern wollte. Er berichtete, dass Alexander H. seit Jahren tot sei.

„Die Hinweise waren so eindeutig“, sagt Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch, „dass Ermittlungen aufgenommen wurden.“ Gabriele P. geriet in Verdacht. „Wir gehen von heimtückischem Mord aus“, sagt Thomas Steinkraus-Koch. Der 31-Jährigen droht damit lebenslange Haft.

Auch der gegenwärtige Freund der Studentin steht unter Verdacht. Gabriele P. hatte den Toten zunächst im Keller deponiert. Christian K. soll ihr später geholfen haben, die Leiche zu vergraben. Am Mord selbst war er nach jetzigem Ermittlungsstand nicht beteiligt. Der Vorwurf gegen ihn: Strafvereitelung. Dafür drohen dem 33-jährigen Hausmann bis zu fünf Jahre Gefängnis.

Am Mittwochnachmittag erließ der Ermittlungsrichter Haftbefehl gegen das Paar. Beide sitzen in U-Haft. Erst im Juli hatte das Paar geheiratet. Gefeiert wurde im Garten – nur einen Steinwurf von der verscharrten Leiche entfernt.

Bei der Vernehmung durch die Mordkommission beschrieb das Paar, wo die Leiche versteckt ist. Gestern rückten Polizisten und Männer vom Technischen Hilfswerk an. Vorsichtig begannen sie, an der genannten Stelle zu graben. Am Nachmittag stießen sie auf die sterblichen Überreste eines Menschen, eingeschlagen in einen blauen Müllsack. Für Donnerstag ist die Obduktion der Leiche in der Gerichtsmedizin angesetzt.

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