"Falsche Polizisten": Betrugsprozess in München

Neun Fälle, in denen Senioren um viel Geld gebracht wurden, werden verhandelt.
| John Schneider
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Eine Statue der Justitia hält als Symbol eine Waage in ihrer Hand.
Eine Statue der Justitia hält als Symbol eine Waage in ihrer Hand. © David-Wolfgang Ebener/dpa

München - Der Saal 270 im Justizpalast ist einer der größten Gerichtssäle der Stadt. Am Freitag wurde hier gegen fünf junge Männer (im Alter von 23 bis 26 Jahren) verhandelt, die mit der "Falsche-Polizisten"-Methode Senioren um viel Geld gebracht haben sollen. Viele Angehörige der Angeklagten mussten aber vor der Tür auf Ergebnisse warten. In dem großen Saal waren alle Plätze schnell belegt.

"Falsche Polizisten": Die Masche ist altbekannt 

Die betrügerische Methode ist inzwischen bekannt: Sogenannte Keiler, die die alten Menschen am Telefon verunsichern und ihnen weismachen, dass sie ihre Ersparnisse der "Polizei" übergeben müssten, um sie vor Einbrechern und korrupten Bankangestellten zu schützen. Logistiker, die die Abholung der Beute organisieren und Abholer, die dann zu den Opfern fahren, um das Geld abzuholen.

Die Anklage führt am Freitag neun Fälle auf. Die Opfer wohnen im Raum München und Augsburg.

Stundenlange Gespräche überzeugten ein Opfer

Ein Beispiel: Eine Münchnerin (79) wurde am 15. September 2020 von einem angeblichen Schwabinger Polizisten angerufen, der sie in ein stundenlanges Gespräch verwickelte. Die Frau war so verängstigt, dass sie es nicht einmal wagte, das Gespräch zu unterbrechen, um etwas zu essen.

Der "Polizist" erklärte der Frau, dass er ihr Gold präparieren müsse, um etwaige Einbrecher zu überführen. Die Frau übergab dem wenig später bei ihr eintreffenden Abholer sechs Kilo Gold und Bargeld im Wert von etwa 4.000 Euro.

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Mehrjährige Haftstrafen drohen

Das genügte den Betrügern nicht: Am nächsten Tag folgte ein weiterer Anruf, sie solle 30.000 Euro von ihrem Konto abheben und in einer Tüte vor der Haustür deponieren. Was die 79-Jährige auch tat.

Am Freitag wurden den Angeklagten Haftstrafen von mindestens zwei Jahren und drei Monaten bis höchstens sieben Jahren für den Haupttäter angeboten. Wenn sie die Taten einräumen.

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