Starkbier statt Fasten: Münchens Keller platzen aus allen Nähten

Münchens Starkbierzeit wird zur zweiten Wiesn: In Augustiner-Keller, Nockherberg und Löwenbräukeller sind die Feste teils seit Weihnachten ausgebucht, die Maßpreise klettern, die Stimmung ist zünftig – und vom ursprünglichen Fastengedanken bleibt nur noch flüssige Theorie.
Annette Baronikians |
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Im Löwenbräukeller wird der Triumphator aus dem Holzfass gezapft – und in Tracht gefeiert wie auf der Wiesn.
Im Löwenbräukeller wird der Triumphator aus dem Holzfass gezapft – und in Tracht gefeiert wie auf der Wiesn. © shutter_sound

Sie waren wirklich schlau: die Mönche, die einst das Starkbier erfunden haben. Auf ihre Teller kam in der Fastenzeit nur wenig zum Kauen. Der Hunger trieb sie um. Wer mag schon 40 Tage bis Ostern darben? So kam ihnen die Idee, ein besonders nahrhaftes Bier zur Stärkung zu brauen – gemäß der Regel: "Flüssiges bricht das Fasten nicht."

Hoch die Krüge! Auf die Starkbierzeit! In dieser wird inzwischen längst nicht nur gehaltvolles Bier getrunken, sondern auch tüchtig gegessen und gefeiert. Starkbierfeste sind beliebt wie nie. Die Münchner Starkbiertempel erleben einen regelrechten Ansturm.
Wer noch zu einem Fest gehen will, sollte sich beeilen, denn viel ist bereits ausgebucht. Die Starkbierzeit wird immer mehr zu einer Art zweiter kleiner Wiesnzeit – auch, was meist das Preisniveau anbelangt.

Wie schaut’s aus in den Starkbiertempeln, wo noch gefeiert wird? Die AZ hat Infos (und zum Vergleich auch den Wiesn-Maßpreis 2025, der bei 14,50 bis 15,80 Euro lag).

Der Maximator

Im Augustiner-Keller fließt seit Aschermittwoch wieder das Augustiner-Starkbier namens Maximator. Starkbierfeste gibt es noch bis 28. März im urigen Lagerkeller und im Festsaal.

"90 Prozent unserer Gäste kommen in Tracht. Die Stimmung ist einmalig. Ich denke, dass die Münchner eher Starkbier- als Faschingsfans sind", sagt Augustiner-Keller-Wirt Christian Vogler der AZ: "An einigen Tagen sind wir schon seit Weihnachten ausgebucht. Das waren Weihnachtsgeschenke!"

Im Augustiner-Keller fließt der Maximator. Die Maß kostet dieses Jahr 10,20 Euro.
Im Augustiner-Keller fließt der Maximator. Die Maß kostet dieses Jahr 10,20 Euro. © Augustiner

Ein Blick auf die Website zeigt, dass in der Tat nur noch vereinzelt freie Tische zu ergattern sind, doch Vogler verspricht: "An der Abendkasse geht immer noch a bisserl was." Der Eintritt kostet pro Person zehn Euro.

Den Maximator bekommt man wie im Vorjahr für 10,20 Euro, was im Verhältnis zu den anderen Starkbiertempeln preislich unschlagbar ist. Maximator-Feste mit Musik finden noch am 19. und 26. März im Lagerkeller statt, dort und zusätzlich im großen Festsaal am 20., 21., 27. und 28. März.

Augustiner-Keller, Arnulfstr. 52, Tickets über augustiner-keller.de

Der Salvator

In der größten und legendärsten Starkbierstätte auf dem Nockherberg, wo auch heuer wieder das Politiker-Derblecken für ausgewählte Gäste stattfand, fließt der Ur-Doppelbock, der Salvator. Alle anderen Fans des berühmten Paulaner-Trunks können seither täglich (noch bis 29. März) im Festsaal feiern.

Die Salvator-Maß gibt’s für 14,90 Euro.
Die Salvator-Maß gibt’s für 14,90 Euro. © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON

Wer für die Starkbierfeste die Karten seiner Wahl bekommen hat, war fraglos beim Reservieren früh dran. Etliche Tage sind schon ausverkauft, doch es gibt noch einige freie Tische und vor Ort auch Einlasstickets an der Kasse.

Diese kosten inklusive einer Starkbiermaß 19,50 Euro. Tischbuchungen, die für zehn Personen je Eintritt (3,60 Euro), Vorverkaufsgebühr (ein Euro) und eine Biermarke für eine Salvator-Maß (14,90 Euro) beinhalten, gibt es zum Gesamtpreis für 195 Euro. Oktoberfeststimmung kommt im Paulaner am Nockherberg von Wiesnwirt Christian Schottenhamel mit der Band Südherz aus dem Schottenhamelzelt auf.

Paulaner am Nockherberg, Hochstr. 77, Tickets paulaner-nockherberg.com

Der Triumphator

Groß ist die Nachfrage ebenfalls im Löwenbräukeller, wo Triumphator (14,80 Euro) ausgeschenkt wird. "Die Stimmung bei uns ist richtig gut, wie in unserem Schützenzelt", sagt Wiesn- und Löwenbräukeller-Wirt Mathias Reinbold der AZ. Auch hier sind Tische Mangelware. Die Reservierung eines Zehner-Tisches gibt’s im Löwenbräukeller nur in Verbindung mit der Wahl eines von fünf Menüs. Diese schlagen mit 8,50 bis 49 Euro pro Person zu Buche, plus jeweils fünf Euro Eintritt.

Fünf Euro kostet auch der Eintritt für all jene Starkbierfans, die ohne Reservierung kommen und mit vielleicht etwas Wartezeit auch ohne Sitzplatz im Löwenbräukeller feiern wollen. Das geht noch am 19., 20. und 21. März – zur Musik der "Wadelbeisser", die für Oktoberfeststimmung sorgen.

Löwenbräukeller am Stiglmaierplatz, Tickets über loewenbraeu-keller.com

Die Starkbierfeste vom Giesinger, im Hofbräukeller oder im Hirschgarten sind bereits vorbei – und abschließend sei noch angemerkt: Mit Fasten ist keines der Doppelbockbiere so recht in Verbindung zu bringen. Eine Starkbiermaß hat um die 630 Kalorien. Dafür könnte man glatt auch einen Schweinsbraten bestellen.

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