Sardinen an der Residenz

In der ehemaligen Confiserie Rottenhöfer hat ein Herrenausstatter eröffnet – und das „Stereo Cafe“. Es stammt von Nachtleben-Machern und erfreut trotzdem auch das alte Publikum
| Laura Kaufmann
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Vor einem denkmalgeschützen Wandgemälde aus den 50er Jahren bedienen die „Fräuleins“ im Stereo Cafe.
Petra Schramek Vor einem denkmalgeschützen Wandgemälde aus den 50er Jahren bedienen die „Fräuleins“ im Stereo Cafe.

Niels Jäger und seine Kollegen sind umtriebig in der Münchner Gastroszene: Die gerade heimatlose Bar „Edmoses“ und das „James T. Hunt“, der Club „Bobbeaman“ und neuerdings die Saftbar „Superdanke“ in der Maxvorstadt gehören zu ihrem Portfolio.

„Wir machen nicht gern zweimal das Gleiche“, sagt Jäger, und so ist das „Stereo Cafe“, das er am Freitag mit Steffen Werner und Sascha Arnold offiziell eröffnet hat, anders als die anderen Konzepte: eine Tagesbar in einem Männerbekleidungsladen. Noch hat das Stereo Cafe Geheimtippcharakter, es liegt im ersten Stock des Stereo Muc, eines hippen Herrenausstatter-Geschäfts.

Die Adresse hingegen hat in München, was Kaffee-und-Kuchen-Tradition betrifft, Geschichte: Das Stereo Cafe hat in der Residenzstraße in den Räumen der ehemaligen Traditions-Confiserie Rottenhöfer eröffnet. „Diese exponierte Luxuslage ist etwas Neues für uns – und die Mischung aus den ehemaligen Gästen, die sich im Rottenhöfer wohlgefühlt haben, und der Szene, die wir aus dem Nachtleben hier hereinbringen, finden wir spannend,“ sagt Niels Jäger.

Tatsächlich scheint diese Mischung aufzugehen; „Noch einen Kaffee bitte, Fräulein“, wird am Nebentisch bestellt, während ein Hipster-Pärchen in Parkas durch das im 50er-Jahre-Stil eingerichtete Café zur Sonnenterrasse läuft. Durch das riesige Rundbogenfenster ist der Raum hell und einladend, in der Vitrine warten Kuchen auf Süßmäuler und auf dem Bartresen „Pasteis de Nata“, süßes Gebäck aus Portugal.

Der Herr der Küche, Felix Neuner-Duttenhofer, hat ein Faible für das Land, Fisch von der „Conserveira de Lisboa“ hat eine eigene Rubrik auf der Speisekarte. Sardinen in pikanter Tomatensoße (10,50) kommen hübsch angerichtet in ihrer Dose auf Rosenthal-Tellern zum Gast.

Neuner-Duttenhofers Eltern haben ein Apfelgut, viele ihrer Erzeugnisse verwendet der Koch für seine Gerichte auf der Mittagskarte, für seine Salate (7,20 bis 17,50 Euro), die Ziegenkäsetarte (7,50) oder den Roastbeefburger (6,50). Brände und Eierlikör, flaschenweise zum Verkauf, finden die Gäste einen Stock tiefer zwischen Schuhcreme und Krawatten. 


Residenzstraße 25, Montag bis Samstag 10 – 20 Uhr, www.stereo-cafe.de, Tel.: 24 21 01 43

 

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