Riesenpizza unter Lüstern

Im Erdgeschoss des Künstlerhauses zieht jetzt ein Ableger der „L’Osteria” ein. Ob das Haus damit endlich in die Gänge kommt?
| Laura Kaufmann
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L'Osteria-Eröffnungsparty im Künstlerhaus.
Daniel von Loeper L'Osteria-Eröffnungsparty im Künstlerhaus.

München - Ein prachtvolles, geschichtsträchtiges Restaurant in zentralster Lage – das lässt jedes Gastronomenherz höher schlagen. Oder?

Mit dem Künstlerhaus am Lenbachplatz ist es wie verflucht: Auf das Mövenpick folgte das Lutter & Wegener, das wegen Differenzen mit der Künstlerhaus-Stiftung das Handtuch warf. Daraufhin wagte sich eine Riege Top-Gastronomen an das Objekt: Unter anderem Michael Kern, Uli Springer und Sandra Forster. Im Erdgeschoss Vegetarisches und Veganes, Kuchen, Sandwiches, Tee und Aperitifs, im ersten Stock „The Grill”: Guter Fisch, feinstes Fleisch, auf Wunsch der Gäste zubereitet.

„The Grill” hat sich zwar etabliert, bekam Auszeichnungen und bleibt bestehen – doch Kern und Kollegen gaben das Restaurant im Erdgeschoss ab. Heute eröffnet nach einer großen Einweihungsfeier (Leute, Seite 36) ein Ableger der „L’Osteria”. „Wir haben 1,5 Millionen Euro in den Umbau gesteckt”, sagt Friedemann Findeis und strahlt ein gewinnendes Lächeln. „Wir haben unsere besten Leute hergeholt und sind sehr zuversichtlich.” Zuversichtlich dass es klappt im Künstlerhaus, obwohl viele gescheitert sind.

Aufwändig saniert haben Findeis und sein Partner Klaus Rader: die Dielenböden neu gebeizt, den Lüster im Venezianischen Zimmer für 3000 Euro gereinigt, die Fenstertüren lassen sich komplett zur Terrasse öffnen.Tresen aus Zink, Tische aus Marmor. Der Raum hat eine offene „Cucina”, wie alle L’Osterias: Seit fünf Jahren gibt es in München einen gut besuchten Ableger in der Leopoldstraße.

„Wir sind frisch, laut und lustig”, sagt Findeis. „Der falsche Ort für einen Heiratsantrag.” Wie im Taubenschlag geht es in den L’Osterias zu: Die Köche bereiten sichtbar für alle die Speisen zu, Pizzateig und Tiramisu sind selbstgemacht, die Nudeln nicht. Italienisch ist einzig der Chefkoch, Guiseppe. Markenzeichen sind die riesigen Pizzen, die über den Tellerrand schauen und Zwei satt machen. Ansonsten gibt’s Antipasti, Pasta, Salate und Dolci mit Preisen zwischen 6,50 und 10,50 Euro: Das lockt Geschäftsleute an wie Familien und abends das Partyvolk.

Dass ein Stockwerk darüber ein weiteres Restaurant liegt, stört Findeis nicht. „Oben ist Fine Dining, wir sind einfacher gestrickt”, sagt Findeis. Michi Kern, der über ihm im ”The Grill” steht, sieht das ähnlich. „Wir haben uns die L’Osteria ausgesucht, damit das Künstlerhaus endlich fertig wird und belebt – ich glaube, wir werden ein unterschiedliches Publikum anziehen.”

Lenbachplatz 8, täglich 11 – 24 Uhr, Tel.99019810, l’osteria.de

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