Im Fenster zu Schwabing

Mit einer ambitionierten Küche hat „Das Lokal“ in der Maxvorstadt eröffnet. Rein optisch könnte es der große Bruder der „Bonnie Bar“ sein. Deren Inhaber haben es dereinst ja auch eingerichtet.
| Thierry Backes
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In der Gastronomie ist Jürgen Messmer noch relativ neu. Hier sitzt er auf dem Eames-Sessel, der die Fensterfront des „Lokals“ ziert.
Gregor Feindt 2 In der Gastronomie ist Jürgen Messmer noch relativ neu. Hier sitzt er auf dem Eames-Sessel, der die Fensterfront des „Lokals“ ziert.
Auch, wer nichts essen will, ist im "Lokal" willkommen.
Gregor Feindt 2 Auch, wer nichts essen will, ist im "Lokal" willkommen.

Jürgen Messmer sagt, er wolle „das schönste Fenster eines Lokals in ganz Schwabing“ haben. Dafür hat er sich bei der Galerie Geltinger in der Kurfürstenstraße einen 40 Jahre alten Lounge Chair von Charles und Ray Eames ausgeliehen, ein Originalstück, etwa 5000 Euro teuer.

Mario Adorf hat bei einem Dreh schon mal darin gesessen, und man kann nicht sagen, dass das Teil nicht bequem wäre. Der Haken hier ist ein anderer: Messmer kann gar nicht das schönste Schaufenster Schwabings haben, liegt sein Restaurant mit dem genial schlichten Namen „Das Lokal“ doch auf der falschen Seite der Georgenstraße, also in der Maxvorstadt.

Wer das Restaurant betritt und die „Bonnie Bar“ in der Neureutherstraße kennt, fühlt sich alsbald an sie erinnert. Die quadratischen Vintage-Lampen über der Bar, das schummrige Licht, die dunklen Wände vorne und die bronzegolden schimmernde hinten, alles kommt einem bekannt vor. Kein Wunder: Bevor sie die Bonnie Bar eröffneten, führten Arabela und Genc Belegu sechs Jahre lang hier die „Cucina Legame“.

An dem stimmigen Interieur hat der neue Chef nicht viel verändert. Nur die Wände hat er taubenblau gestrichen und damit eine Nuance anders. Neu ist allerdings das Konzept. Jürgen Messmer, ein Quereinsteiger, hat sich Kai Große als Küchenchef geholt, der zuletzt an der Seite von Hans Jörg Bachmeier im „Blauen Bock“ kochte. Davor war er Chef de Cuisine bei Holger Strombergs „G* Munich“.

Im „Lokal“ tischt er ambitioniertes „Slow Food Münchner Art“ auf, mit dem Schwerpunkt auf regionalen Produkten, teils auf dem Elisabethmarkt besorgt. Die Karte soll jeden Monat wechseln. Im November zum Beispiel kann man mit einem Sashimi vom bayerischen Saibling starten (13 Euro), als Zwischengericht die Kokos-Chili-Gnocchi probieren (11), sich dann an der lackierten Entenbrust (24) erfreuen und am Ende einen Apfelzimtblütencrumble (9) bestellen.

An letzterem zeige sich auch, was er „das gewisse Etwas“ nenne, sagt Große: „Es ist der blumige Duft der Zimtblüte, den der Gast erschnuppert, wenn der Apfelcrumble aus der Küche kommt.“

Am Sonntag setzt Messmer auf einen Brunch mit Tapas ab 5,50 Euro pro Teller. Unter der Woche bietet er mittags sechs bis acht wechselnde Speisen für 8 und 13 Euro an. Abends wiederum soll sich der Gast nicht verpflichtet fühlen, zu essen. „Wenn die Studenten aus dem 5. Stock hier ihr Bierchen trinken wollen, sollen sie das gerne tun.“


Georgenstraße 45, Mo. und Mi. bis Fr. 11.30 – 14 Uhr sowie ab 18 Uhr, Sa. ab 18 Uhr, So. 10.30 bis 14 Uhr, www.daslokal.eu, Tel. 24290953

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