Gastro-Kritik: Sushi and Meat in der Ligsalzstraße

Das japanische Lokal Sushi and Meat macht aus der Not eine Tugend – und hat Zeitungen vom Konsul geschnorrt.
| Jasmin Menrad
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Artikel empfehlen
Die vegane Bowl mit allerlei Superfood ist der Renner im Sushi and Meat.
Menrad Die vegane Bowl mit allerlei Superfood ist der Renner im Sushi and Meat.

München - Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. So kommt es, dass die Gäste im neuen Sushi and Meat (Sam) besonders gerne und oft die vegetarischen und veganen Gerichte bestellen.

Ramen etwa (12,50 Euro), die japanische Nudelsuppe kann man sich hier mit verschiedenen Brühen, Nudeln und Einlagen selbst zusammenstellen. Oder die vegane Bowl (9,90 Euro), die für all jene, die nicht so gerne Trends hinterherrennen, erstmal zu hip daherkommt: Superfood ist drin. Reis mit Avocado, Lotus-Chip, Mango, Zuckerschote, Süßkartoffel, Goji-Beeren und Kürbiskern mit Teriyakisoße, in der auch Soja mariniert ist.

Im Sam wird ausschließlich japanisch gekocht. Wobei der japanische Küchenchef Tokinori Sunaba fleischlose Varianten entwickelt hat, denn in Japan ist zwar Superfood im Trend, aber Veggie nicht. "Das wird erst mit den olympischen Sommerspielen in Tokio in zwei Jahren kommen", sagt Sunaba.

Die vegane Bowl mit allerlei Superfood ist der Renner im Sushi and Meat.
Die vegane Bowl mit allerlei Superfood ist der Renner im Sushi and Meat. © Menrad

Auf der Karte steht eine große Auswahl an Rice Bowls, Suppen, Sushi und Sashimi mit Kreationen wie flambiertem Flussaal, Garnelen, Avocado und Gurken (6 Stück, 6 Euro).

So wurde das Sam zum Pop-Up-Store

Das Sam ist ein mit Zeitungspapier beklebter Pop-Up-Store mit selbstgebastelten Tischen, statt ein vom Architekten durchgestyltes Restaurant. Sam Hu und seine Mutter Xiaoying Wang (Mama Hu vom Mama Hu, wo es südostasiatische Straßenküche gibt) hatten große Pläne für den Dönerladen am Eck Gollierstraße/Ligsalzstraße. Entwürfe zeugen von einem durchgestylten, hippen Konzept. Doch dann dauerte es so lange mit der Genehmigung für die Umbauten, dass sie beschlossen, erstmal vorübergehend und provisorisch zu öffnen. Pop-Up-Store heißt das dann.

Sam rief beim japanischen Konsulat an, ob da ein paar alte Zeitungen rumliegen würden und beklebte die Wände damit. Als Restaurant sind sie ja auch Botschafter für die japanische Küche. Mit seinem Kollegen Jonas Messerschmidt baute er aus Wasserkästen und Baudielen Tische, tapte den Namen S.A.M mit Klebeband ans Fenster. "Was macht ihr da", fragte Mama Hu kopfschüttelnd. Doch nach und nach wirkte das Provisorium auch auf sie charmant.

So charmant, dass die großen Umbaupläne in eine Schublade gesteckt wurden. Wenn der Bauantrag durch ist, werden die Toiletten renoviert und eine Lärmschutzdecke eingezogen. Dann darf im Sam auch Alkohol verkauft werden und die Karte wird erweitert. In etwa zwei Monaten wird das Sam deshalb nochmal kurz schließen – und nicht anders wird es kommen.


Ligsalzstraße 30, Mo bis Sa 12-15 und 18-22 Uhr

<strong>Weitere gAZtro-Kritiken finden Sie hier</strong>

  • Themen:
Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – hier diskutieren Artikel empfehlen
0 Kommentare
Artikel kommentieren