Ess-Klasse im März: Gandl
Was braucht es für einen tollen Ausgeh-Abend? Gute Gesellschaft auf jeden Fall, eine schöne Atmosphäre, für Gourmets gutes Essen, vielleicht ein guter Wein. Um die gute Gesellschaft muss sich ein jeder selbst kümmern, zumindest um die unmittelbare; ansonsten gibt es in München einige Restaurants, die in den übrigen Punkten einiges richtig machen, so bestehen sie schon viele Jahre. Eines davon ist das Gandl.
So etwas wie der Fels in der Brandung im ohnehin beständigen Lehel. Hier stimmt die Mischung einfach, es ist zugleich gemütlich wie gehoben, es ist alteingesessen, ohne angestaubt zu sein, es ist beständig gut, ohne langweilig zu werden oder sich auf seinem Erfolg auszuruhen. Gelegen ist es an einem der schönsten Plätze der Stadt, dem St.-Anna-Platz, auf dem es seit ein paar Jahren auch seine Terrasse aufbauen darf. Die Straße davor ist nun verkehrsberuhigt, die Sommer noch sind damit beschaulicher, alt-münchnerischer, als sie es ohnehin schon waren.
In der Küche des Gandl steht Simone Palermo hinter dem Herd, der früher im Katzlmacher kochte, ein Intermezzo im Il Sommelier gab, sich nun im Gandl wohlfühlt und nun hier seinen Stil von kreativ interpretierter italienischer Küche auslebt.
So auch zu dieser ersten Ess-Klasse im Frühling, die ab Dienstag im Gandl stattfindet. Bei der Gourmet-Aktion der Abendzeitung mit Rindchens Weinkontor gibt es ein Fünf-Gänge-Menü mit Aperitif und Weinbegleitung von Rindchen zum Vorzugspreis von nur 79 Euro pro Person. Vier Wochen lang ist das Menü direkt im Restaurant buchbar.
Aperitif
Der "R" ist ein Cremant Cuvée Brut aus der Pfalz vom Weingut Schloss Wachenheim, der sich durch eine besonders cremige, reiche Perlage hervorhebt. Elegante Noten von frisch gebackenen Mandel-Croissants, zartem Pfirsich und dezente Wiesenkräuter stimmen harmonisch auf das Frühlingsmenü ein.

Erster Gang: Ziegenkäse- Crème-Brulée mit Marmelade von sonnengetrockneten Tomaten
Das leicht Herbe des Ziegenkäses mit süßen Aromen zu kombinieren ist immer eine gute Idee. Den Ziegenkäse in eine Art Crème Brulée mit flambierter Kruste zu verwandeln, eine besonders tolle. Dazu die Marmelade von den sonnengetrockneten Tomaten, die dem Gericht eine weitere Geschmacksebene eröffnet - herrlich. Der Blanc de Noirs "Vulkanfelsen", ein weiß gekelteter Spätburgunder vom sonnenverwöhnten Kaiserstuhl, Jahrgang 2024, bringt angenehme Würze und eine animierende Frische mit hinein in den Gang.

Zweiter Gang: Gandl-Fischsuppe mit Filetstückchen und Köstlichkeiten aus dem Meer
Ja, was schwimmt denn da Gutes? Ein wenig Skrei, ein Scampi, ein schönes Stück Lachs und ein Miesmuschelchen tummeln sich in der Schüssel und werden dort am Tisch gebadet in einer köstlichen Fischsuppe. Als farblicher Knaller zu der gedeckt orangefarbenen Suppe wird es im Glas zart-rot-rosa, ein Bote des Frühlings, ein Vorbote des Sommers, der bevorsteht: der "Starlette" Shiraz Rosé vom Weingut Allée Bleue in Südafrika, Jahrgang 2024. mit feiner Pfeffernote und seidig umhüllter Beerenfrucht, begleitet das See-Getier mit Trommelwirbel auf dem Weg in den Magen.

Dritter Gang: Sautierter junger Spinat mit Trüffel, Pinienkernen und Parmesan
Manchmal sind es die vermeintlich einfachen Dinge, die einen besonderen Zauber verüben: Das Grün bietet, ganz cremig weich, ein ideales Bett für den Geschmack des Trüffels, der hier glänzt, und dem die Pinienkerne harmonisch noch das gewisse Extra verleihen. Schlicht, und doch ein originelles Geschmackserlebnis. Zu dem jungen Spinat gesellt sich ein junger Wein: Der Chardonnay "Vom Kalkmergel" vom Weingut Fogt in Rheinhessen, Jahrgang 2025, der ebenfalls mit einer herrlichen Cremigkeit brilliert und dabei einen schön strukturierten Körper mitbringt.

Vierter Gang: Maispoularde und Garnele mit Rosmarin und Zitrus-Noten auf frühlingsbuntem Risotto
Ein schöner Hauptgang mit Noten, die ans Mittelmeer denken lassen; ein Risotto, das mit Regenbogenkarotten verfeinert und mit breiten Bohnen geschmückt ist. Der Grauburgunder Reserve vom Weingut Kesselring aus der Pfalz, Jahrgang 2024, ist dem Gang ein würdiger Begleiter: frischer Gelber Apfel und Quitte in der Nase, nussige Noten und eine lebendige Mineralik am Gaumen, ein sanfter Schmelz, der schwelgend nachhallt.

Fünfter Gang: Banoffee-Pie – Banane, Karamell, Crumble
Dieses Dessert ursprünglich britischer Herkunft hat Gandl-Chef Alexander Lutz bei seiner letzten Reise in Südafrika entdeckt und war so verliebt, dass er die Idee ins Gandl mitgebracht hat. Geraspelte Schokolade über der Crème, die hervorragend mit dem Karamell und natürlich mit der Banane zusammenspielt – da passt die Spätlese von Tschida am Neusiedlersee, Jahrgang 2023 mit Noten von Ananas, gelbem Apfel und Honig, einfach perfekt und sorgt für einen runden Abschluss.
Wir wünschen einen guten Appetit!
Restaurant Gandl, St.-Anna-Platz 1, Ess-Klasse von 10. März bis zum 4. April, Reservierung mit dem Stichwort "Ess-Klasse" unter der 089/29 16 25 25.
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