Ess-Klasse im Februar: Das Koi
In den letzten 13 Jahren hat sich in der Münchner Gastronomie einiges getan, auch bei den asiatischen Restaurants. Die vietnamesische Küche erlebte ihren Boom, die chinesische wurde authentischer, zuletzt hatte die koreanische Küche ihre goldene Stunde. Und vor 13 Jahren eröffnete am Wittelsbacherplatz das Koi, ein elegant-stylisher Laden mit japanischer Küche, den ein jeder besucht haben wollte – und dieser Laden blieb.
Das Koi traf nicht nur zur Eröffnung einen Nerv, es übt bis heute große Anziehung auf Münchner aus, die die japanische Küche im Herzen der Stadt erleben wollen. Das Designbüro Hildmann-Wilke hat einen Look entworfen, der zeitgenössisch und trotzdem klassisch wirkt, eine reduzierte Formsprache im japanischen Stil, der bis heute gut funktioniert. Der Arco Palais als Behausung des Restaurants tut sein übriges, die bodentiefen Fenster über zwei Stockwerke zur Brienner Straße strahlen eine unerschütterliche Eleganz aus.
Japanische Küche zwischen Tradition und Moderne
Das Koi ist eines dieser Restaurants, das das Gefühl vermittelt, am Puls der Dinge zu sein, da, wo etwas los ist. Über zwei Stockwerke erstreckt es sich. Oben, wo es auch einen Loungebereich gibt, ist es etwas privater, unten wuseliger. Unten ist auch die Küche, vom Robata-Holzkohle-Grill – eine Seltenheit – kommt dort bestes Fleisch und Fisch auf die Teller.
Von der ersten Stunde an regiert in der kleinen, heißen Küche Atsushi Tajima, der schon in einigen Sternerestaurants gekocht hatte, zuletzt im damaligen Emiko im Louis Hotel, bevor er zum Koi kam. Theoretisch hat er sogar eine Zulassung für die Kaiseki-Küche, die für den Kaiser gedachte japanische Gourmet-Küche. Gekocht wird durchweg japanisch, wenn auch nicht durchweg mit japanischen Produkten, da darf es gerne auch regional sein. Ein frischer Saibling vom Gutshof Polting zum Beispiel. Natürlich arbeitet auch ein japanischer Sushi-Meister in der Küche, und mittags gibt es klassisch ein Bento-Boxen und Miso-Suppen-Konzept.
Im Sommer ist die Terrasse auf dem Wittelsbacherplatz beliebt, in den kälteren Monaten hat jeder seine eigenen Vorlieben, was die Tische angeht, lieber zurückgezogen im ersten Stock oder doch mitten im Geschehen unten. Und obwohl in den letzten Jahren weitere High-Class-Asiaten in der Stadt eröffnet haben, ist das Koi ungebrochen gut besucht.
Erstmals haben nun auch die Fans der Ess-Klasse Gelegenheit, im Rahmen der Gourmet-Aktion der Abendzeitung mit Rindchens Weinkontor einen Abend im Koi zu genießen. Im Februar ist das Restaurant Gastgeber der Ess-Klasse: Vier Wochen lang gibt es ab kommenden Montag fünf Gänge mit Aperitif und Weinbegleitung von Rindchens Weinkontor zum Vorzugspreis von nur 79 Euro pro Person.
Aperitif
Der "Le Petit Plaisir" von Katharina Krieger aus der Pfalz, Jahrgang 2024, vereint dezente Maracuja-Aromen eines Sauvignon Blanc mit der filigranen Mineralik eines Rieslings. Mit diesem "kleinen Vergnügen" eines Weißweines beginnt souverän das Menü des Abends.

Erster Gang: Wagyudangos, Tonkatsumayo, Salatspitzen
Ein Auftakt, der sofort die Herzen, beziehungsweise die Mägen gewinnt: Eine raffinierte Art von Krokette aus geschmortem Wagyu und Kartoffel, gewürzt, paniert und frittiert, mit japanischer Mayo verziert, auf rote Beete präsentiert. Tonkatsu ist hierbei eine Art von japanischem Ketchup. Getoppt ist das ganze mit Staub von Yuzu und der Aosa-Alge und frischem Koriander. Begleitet wird der Gang vom Merlot "Collevento 921" vom Weingut Antonutti aus dem Friaul, Jahrgang 2024, der samtige Gerbstoffe zum Gesamterlebnis beisteuert.

Zweiter Gang: Lachs-Miso-Suppe, buntes Gemüse
Aus der fermentierten Lachs-Karkasse wird ein Sud gekocht und angesetzt wie eine klassische Fischsuppe, das Ganze wird tomatisiert und unter anderem mit Miso verfeinert, und heraus kommt ein Gang zum Hineinlegen für alle Menschen, die eine gute Fischsuppe zu schätzen wissen. In der Suppe schwimmen Kartoffeln, Karotten, Kohlrabi und geflämmter Lachs, getoppt ist das Süppchen mit Schnittlauch-Öl. Der Grüne Veltliner Ried-Reipersberg vom Weingut Maurer aus Niederösterreich, Jahrgang 2024, duftet nach grüner Birne und Fenchel und bringt einen pfeffrigen Abgang mit hinein.

Dritter Gang: Koi Maki
In einem japanischen Menü darf natürlich der Sushi-Gang nicht fehlen. Kunstvoll verziert kommen die Röllchen aus Avocado, Gurke und Frischkäse auf den Tisch. Im Glas dazu wird es nun perlend: Der "Prince de Sabatier" Crémant de Loire Brut vom Maison Veuve Amiot bringt seine moussierende Eleganz, Noten von gelbem Apfel und einem Hauch Brioche mit und macht besonders zum Ingwer richtig Spaß zu trinken.

Vierter Gang: Rib Eye Steak vom Robata-Grill, Aubergine, Kräuter-Amazu
Ein klassischer Hauptgang im Koi, hier kommt der Robata zum Einsatz. Rauchige Noten bringt auch die geschmorte Nasu-Aubergine mit, glasiert mit Miso-Paste, dazu gibt es noch eine Kräuter-Amazu (ein japanischer süßer Essig). Der Altos "R" Tempranillo, Jahrgang 2022, vom Weingut Altos de Rioja trägt nach sechsmonatiger Reife im Barrique zarte Buttertoast-Noten mit sich, dazu die von Beeren, Leder und Eukalyptus, und ergänzt den Gang ganz wunderbar.

Fünfter Gang: Miso-Schokoladen-Caramel-Creme, Matcha-Crumble
Diese unwiderstehliche Dessert-Kombination bekommt als i-Tüpfelchen noch etwas Ingwer-Eis, und an ihre Seite als würdigen Begleiter den Maury, Jahrgang 2022, von der Domaine Serre Romani, der mit der Opulenz eines orientalischen Bazars in die Nase steigt und mit der kühlen Eleganz von Schiefer das Menü zum würdigen Abschluss bringt.
Wir wünschen einen guten Appetit!
Restaurant Koi, Wittelsbacherplatz 1, Ess-Klasse vom 2. bis 28. Februar, Reservierungen mit dem Stichwort "Ess-Klasse" hier, ansonsten unter 089/89 08 19 26.
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