Ein neues Korn im Hof

In der Kapuzinerstraße hat das vietnamesische Restaurant „Lua Moi“ eröffnet. Hier kommen Ying, Yang und rote Bullen auf die Teller
| Laura Kaufmann
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Die Terrasse haben die Vos mit Bambus und Ahorn begrünt, der Lärm der Kapuzinerstraße bleibt draußen.
Petra Schramek 3 Die Terrasse haben die Vos mit Bambus und Ahorn begrünt, der Lärm der Kapuzinerstraße bleibt draußen.
Süßer Einklang: Kim Vo zeigt das „Ying und Yang“ — schwarzer 
Klebreis mit Blattgold, dazu Vanilleeis.
Petra Schramek 3 Süßer Einklang: Kim Vo zeigt das „Ying und Yang“ — schwarzer Klebreis mit Blattgold, dazu Vanilleeis.
Goldene Tapeten, Designerlampen und vietnamesische Gemälde: Das „Lua Moi“ versucht den Spagat zwischen Tradition und Moderne.
Petra Schramek 3 Goldene Tapeten, Designerlampen und vietnamesische Gemälde: Das „Lua Moi“ versucht den Spagat zwischen Tradition und Moderne.

Aufmerksamen Passanten fällt auf, dass das Schild an der Kapuzinerstraße gegenüber des Arbeitsamts nicht mehr für das Restaurant „Ricasso“ wirbt. Jetzt ist es mit einem fein geschwungenen goldenen Schriftzug verziert: Im Hinterhof ist das „Lua Moi“ eingezogen. Das vietnamesische Lokal hat hier vor einem Monat eröffnet. „Lua Moi bedeutet: neues Reiskorn“, erklärt Kim Vo, die das Restaurant mit ihrem Mann Hoang Vo für dessen Bruder Phuong eröffnet hat.

„Reis ist die Basis unserer Küche, die wir modern interpretieren.“ Phuong ist Koch und hatte mit einem Partner zehn Jahre lang ein Lokal in Nürnberg, „er wollte sich kreativ weiterentwickeln“, sagt Hoang Vo. Er und seine Frau arbeiten in München eigentlich als IT-Berater. Zu dritt wagten sie sich jetzt auf neues Terrain.

„Hierher verirrt sich keine Laufkundschaft“, sagt Hoang Vo. „Deswegen wollten wir einen Ort schaffen, der etwas Besonderes ist, damit die Gäste gezielt kommen.“ Das fängt damit an, dass die ruhige Terrasse begrünt ist mit Ahornbäumchen und Bambuspflanzen; wenn es kühler wird, liegen bordeauxrote Decken für die Gäste bereit. Eine der beiden Farben, die die Vos für ihr Restaurant gewählt haben – goldene Designerlampen hängen von der Decke, die Stühle an den Eichentischen sind mit bordeauxrotem Leder bezogen.

An der Wand hängen Gemälde vietnamesischer Frauen in traditionellem Gewand, die die Vos in ihrer Heimat haben anfertigen lassen. Tradition und Moderne sollen sich nicht nur in der Küche, auch in der Gestaltung widerspiegeln. „Das ist der Spagat, den viele Vietnamesen in Deutschland machen“, sagt Kim Vo, „zum Beispiel, wenn sie ihre Kinder erziehen.“

Den Gerichten auf der Karte geben die Vos Namen, die auch deutsche Zungen bewältigen können: Die Vorspeise „Boat People“ etwa sind gegrillte Rinderscheibchen auf Krabbenbrot (6,50 Euro), „Spicy swimming Dragons“ ist eine feurige Garnelensuppe (7,50), „Red Bull“ sind in Rotwein gebratene Rinderfiletscheiben mit Paprika, Zwiebeln und Chilis (18,50) – und der „Rollin’ Fish“ eine ganze in Zitronengrasmarinade gegrillte Dorade, die der Gast mit Reisnudeln und -papier selbst zu Sommerrollen basteln kann.

Und dann ist da das Dessert „Ying und Yang“ (10,50): Ein pechschwarzer Klebreis, mit Blattgold bestäubt und Vanilleeis serviert. „Jetzt hab’ ich mich verliebt“, sagte ein Gast nach dem Essen desselbigen zu Kim Vo. Er meinte: In den Nachtisch, nicht in die Wirtin. „Er ist mittlerweile schon oft wiedergekommen“, sagt Kim Vu. „Und viele andere auch.“


 Kapuzinerstraße 25b, Mo. bis Fr. 11 bis 14.30 Uhr, Mo. bis Do. 17.30 bis 23 Uhr, Fr. bis So. 17 – 23.30 Uhr, www.luamoi.de, Tel.: 46 13 79 87

 

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