Das beste italienische Restaurant Deutschlands ist in München: "Ich freue mich über diese Ehrung"
Dass im Acquarello in der Bogenhauser Mühlbauerstraße bayerische Stockwurst serviert wird, ist eine Überraschung. Zur Feier des Tages hat Spitzenkoch Mario Gamba dennoch einen Kessel dieser "vergessenen Spezialität" zubereitet – eine Hommage an München, das seit über 30 Jahren die Heimat von ihm und seinem Restaurant ist.
Die Stockwurst dient beim Besuch der AZ als feierliches Amuse-Gueule. Denn obwohl der Italiener im vergangenen Jahr nach 25 Jahren seinen Michelin-Stern verloren hat, wurde sein Acquarello bei den renommierten "50 Top Italy Awards" zum zehntbesten italienischen Restaurant der Welt gekürt und steht damit an der Spitze in Deutschland. "Ich freue mich über diese Ehrung, aber ich freue mich auch für München", sagt Gamba der AZ. Die Landeshauptstadt sei eine kulinarische Weltmetropole.
Acquarello in Bogenhausen: Bestes "Business Lunch" der Welt
Neben der allgemeinen Auszeichnung wurde auch das "Business Lunch" im Acquarello geehrt – als bestes weltweit. "Konzentrierter Hochgenuss in kürzerer Zeit", beschreibt Gamba seinen Mittagstisch. Das täglich wechselnde Drei-Gänge-Menü kostet 85 Euro. Der Chefkoch findet: ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Die von manchen als elitär empfundene Spitzenküche solle durch das Mittagsmenü zugänglicher werden.

Wem es das Geld wert ist, ist mittags im Acquarello jedenfalls gut aufgehoben. Das Menü aus Vorspeise, Pasta und Hauptgang schmeckt dem AZ-Reporter hervorragend und zeigt Gang für Gang, warum Gamba seit Jahren geehrt wird und der einstige Dolmetscher schon seit Jahrzehnten zu den besten Köchen Deutschlands zählt.
Vielfach geehrt und prämiert – und dennoch den Stern verloren: Wie fühlt sich das für den lobverwöhnten Italiener an? "Nicht nur wir, auch viele Gäste waren überrascht", sagt Gamba zur Entscheidung der Kritiker des Hotel- und Reiseführers.
Nach verlorenem Michelin-Stern: 10 bis 12 Prozent Gästezuwachs
Dennoch zweifelt der 70-Jähriger weder an der Qualität seiner Küche noch am Service. Seit Covid habe er niemanden mehr von Michelin gesehen. Auch für seine Gäste habe sich nichts verändert: "Wir haben eine höhere Nachfrage als vorher." Zehn bis zwölf Prozent Gästezuwachs verzeichne der Acquarello-Chef seit der Entscheidung.

Er will daher auch ohne Stern weitermachen wie bisher. Der Italiener ist bekannt dafür, sich und seiner Arbeitsweise treu zu bleiben – und angesichts der jüngsten Auszeichnungen scheint diese Strategie auch ohne Stern aufzugehen.
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