Erzieher-Praktikant: Das ist Münchens erster Corona-Impfling unter 18

31.000 Münchner Lehrer und Kita-Mitarbeiter bekommen bis Ende Mai die begehrte Spritze - auch ein 17-jähriger Erzieher-Praktikant aus einem Kindergarten ist schon dabei.
| Irene Kleber
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Moritz (17) ist als Kita-Praktikant schon geimpft .
Moritz (17) ist als Kita-Praktikant schon geimpft . © privat

München - Das sind mal gute Nachrichten, es geht voran mit dem Impfen in München, auch beim Personal der Kitas. Am Montag hat offenbar der erste minderjährige Münchner im Impfzentrum in Riem seine Biontech/Pfizer-Spritze bekommen: der 17-jährige Kita-Praktikant Moritz.

"Das ging auf einmal ganz schnell", berichtet seine Mutter glücklich der AZ. "Wir haben aus der Kita, in der Moritz arbeitet, einen Code bekommen, mit dem man sich für einen Termin anmelden konnte. Ein paar Tage später stand für meinen Sohn der Termin im Impfzentrum in Riem dann schon fest."

Rund 31.000 Münchner haben inzwischen ein Corona-Impfangebot bekommen

Das Gesundheitsreferat meldet auf AZ-Anfrage, dass etwa 31.000 Münchner Lehrer, Erzieherinnen und andere Kita-Mitarbeiter (die zur Priorisierungsstufe 2 gehören) ein Impfangebot bekommen haben - sie können sich wahlweise in einer Impfaußenstelle am Isar Klinikum in der Sonnenstraße oder auch in Riem anmelden.

Wie viele davon schon geimpft sind, dazu lägen aktuell noch keine Daten vor. Man schätze aber, dass alle Impfwilligen bis Ende Mai die Erstimpfung erhalten, die zweite folgt dann nach sechs Wochen.

Moritz macht seit Anfang Februar für sechs Monate ein Erzieher-Praktikum in einer städtischen Einrichtung im Münchner Westen, dort werden um die 30 Kindergarten- und acht Krippenkinder in verschiedenen Gruppen betreut.

Im Herbst will der 17-Jährige, der letztes Jahr die Mittlere Reife gemacht hat, eine Ausbildung zum Erzieher beginnen. "Weil ich einfach gut mit Kindern umgehen kann", sagt er, "es wird nie langweilig, und man bekommt echt viel zurück."

17-Jähriger wurde schon geimpft - er macht ein Erzieher-Praktikum

Etwa ein Dutzend Erzieher, Kinderpflegerinnen, Praktikanten und Hospitantinnen sind in seiner Kita mit den Kindern in Kontakt. Die ersten Mitarbeiter haben ihre erste Spritze schon, die anderen folgen nacheinander. 

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Dass er selber nun auch schon an die Reihe gekommen ist, findet er überraschend - "aber auch sehr beruhigend": "Ich bin froh, wenn ich bald niemanden mehr anstecken kann. Bei so vielen Kindern um mich herum ist die Gefahr halt schon sehr groß."

Menschen, die bereits Corona hatten, kennt Moritz inzwischen einige: Eine der Kinderpflegerinnen etwa war erkrankt, ehe sie in der Kita anfing. Einer von Moritz' Freunden war ebenfalls schon corona-positiv, "und der Arme musste schon mehrfach in Quarantäne, weil er Kontaktperson von jemandem war, der Corona hatte", erzählt Moritz. "Er hat sogar seinen Geburtstag allein in seinem Zimmer verbringen müssen, das ist schon schlimm."

Zum Impftermin musste Moritz eine Vollmacht mitbringen

Für Moritz selbst war der Impftag am Montag ziemlich aufregend, weil er zunächst allein ins Impfzentrum gefahren war. "Am ersten Schalter hat man mir gesagt, dass ich eine Begleitperson dabei haben muss, weil ich ja noch gar nicht volljährig bin."

So einen Fall hätten sie bisher noch nie gehabt, hieß es dort, Moritz sei der erste. Seine Mutter, die zu dem Zeitpunkt in der Arbeit war, konnte so schnell nicht kommen. Also schickte sie per Mail Vollmacht und Personalausweis-Kopie - und ersatzweise kam fix der Opa als Begleiter angefahren.

Die zweite Spritze bekommt Moritz vor seinem Opa

Der einzige sehr junge Mensch war Moritz offenbar nicht in der Schlange. "Ich habe zwar viele ältere Menschen gesehen", sagt er, "aber auch viele Anfang 20 und Leute im mittleren Alter. Ich hoffe so sehr, dass wir bald alle in München durch sind mit dem Impfen und wieder ein normaleres Leben führen können." Seine zweite Spritze wird Moritz übrigens noch vor seinem Opa bekommen, der kürzlich mit Astrazeneca geimpft worden ist und etwas länger auf die Zweitspritze warten muss, als der Enkel mit Biontech.

Dann werden schon vier Menschen aus Moritz' Familie sorgenfreier leben können: Seine Mutter hat die Spritze als Risikopatientin bekommen, die Großeltern sind geimpft, er nun auch. "Vielleicht können wir bald wieder zusammen Urlaub machen", sagt der Bub, "ohne Angst und Sorgen, das wär doch was."

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