Ersthelfer-App: Leben retten mit dem Smartphone

Mithilfe einer neuen App sollen Laien im Notfall bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand helfen, bevor Sanitäter vor Ort sind.
| Lionel Doleschel
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Haben an der App gearbeitet: Notfallmediziner Stephan Prückner und Gesundheitsreferentin Stephanie Jacobs.
Daniel von Loeper Haben an der App gearbeitet: Notfallmediziner Stephan Prückner und Gesundheitsreferentin Stephanie Jacobs.

Mithilfe einer neuen App sollen Laien im Notfall bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand helfen, bevor Sanitäter vor Ort sind.

München - Wenn künftig ein Mensch mit Atemstillstand der Notrufzentrale gemeldet wird, schlägt das Handy bei einem Ehrenamtler in der Nähe des Patienten sofort Alarm. So soll es zumindest zukünftig in München laufen, denn jährlich erleiden mehr als 50.000 Menschen in Deutschland einen Herz-Kreislauf-Stillstand. 5.000 überleben dank einer Reanimation ohne bleibende Schäden, jede Sekunde zählt.

Mobile Retter: App für ehrenamtliche Ersthelfer

Bereits nach wenigen Minuten ohne Sauerstoff können schon irreparabel Hirnschäden auftreten. In München braucht ein Rettungsfahrzeug im Schnitt neun Minuten, um den Patienten zu erreichen. Das ist schnell, aber eben manchmal nicht schnell genug.

Um in Zukunft noch besser Hilfe leisten zu können, setzt die Stadt München nun auf eine sogenannte "Mobilfunkaktivierte Laienreanimation". Hier soll es zukünftig Laien möglich gemacht werden, mithilfe einer App eine Reanimation selbst durchzuführen. "Mobile Retter", so der Name der Anwendung, funktioniert sehr einfach. Sobald ein Notruf über einen Herz-Kreislauf-Stillstand bei der Rettungsleitstelle eingeht, wird über die App ein Alarm am Handy des nächstgelegenen Ersthelfers ausgelöst.

Diesem wird nun der Standort des Betroffenen mitgeteilt und er kann vor den eingetroffenen Rettungskräften Erste Hilfe leisten. In der ersten Phase sollen vorerst nur professionelle Fachkräfte als Helfer registriert werden, später soll das Netz auf geschulte Laien ausgeweitet werden. Das Ziel ist, ein bis zwei Helfer auf 1.000 Einwohner zu rekrutieren. Wer als Helfer aktiv werden will, muss vorher eine spezielle Schulung absolvieren.

Zweithelfer-Funktion in Planung

In Ingolstadt läuft das Programm schon relativ erfolgreich. In München und dem Landkreis soll die App ab Mai starten, die Schulungen für die Ersthelfer haben begonnen. Wann genau sich die tatsächlichen Laien bei "Mobile Retter" registrieren können, steht noch nicht fest.

Sicher ist, dass das Projekt noch weiter ausgebaut werden soll. So tüftelt etwa der Entwickler Adesso gemeinsam mit dem Verein Mobile-Retter an einem Konzept des Zweithelfers. Dieser soll in der Zwischenzeit von seinem Handy zum nächsten Defibrillator geleitet werden. "Wir alle machen Werbung für Mobile Retter, wo immer wir nur können. Denn wir sind von Grund auf von der Idee überzeugt", sagt Markus Lünsmann, Leiter der Microsoft Adesso AG. Wenn die Applikation hält, was sie verspricht, könnten in Zukunft mehr Leute vor einem tragischen Schicksal bewahrt werden.

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