Ekel-Studie: Pflanzenvernichter Glyphosat in unserem Bier!

Deutschland ist stolz auf sein nach Reinheitsgebot gebrautes Bier und gerade wir Bayern sind es ganz besonders. Doch offenbar ist im Gerstensaft neben Hopfen, Malz, Hefe und Wasser auch noch jede Menge Glyphosat.
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Trauriges Ergebnis der Studie: In jedem getesteten Bier wurde Glyphosat gefunden.
Samuel Schlagintweit Trauriges Ergebnis der Studie: In jedem getesteten Bier wurde Glyphosat gefunden.

München  - Die Etiketten der deutschen Bierbrauer lassen höchste Qualität erwarten: "Gebraut nach dem deutschen Reinheitsgebot", so das Versprechen. Dieses Jahr feiern wir sogar den 500. Geburtstag des Reinheitsgebots. Doch wie rein ist das deutsche Bier wirklich? Um dem nachzugehen, hat das Umweltinstitut München die 14 meistgetrunkenen Biere der beliebtesten Biermarken Deutschlands von einem Labor auf Rückstände des Unkrautvernichters Glyphosat testen lassen.

Das Ergebnis: Glyphosat, das am häufigsten eingesetzte Ackergift in Deutschland, wurde in allen getesteten Bieren nachgewiesen. Die gefundenen Werte lagen zwischen 0,46 Mikrogramm pro Liter (µg/l) und 29,74 µg/l, im Extremfall also fast 300-fach über dem gesetzlichen Grenzwert für Trinkwasser von 0,1 µg/l!

Die bayerische Bilanz: 0,46 Mikrogramm Glyphosat pro Liter im Augustiner Helles, 0,49 Mikrogramm Glyphosat pro Liter im Franziskaner Weißbier, 0,66 Mikrogramm Glyphosat pro Liter im Paulaner Weißbier und stolze 2,92 Mikrogramm Glyphosat pro Liter im Erdinger Weißbier!

In absoluten Zahlen sind die gemessenen Glyphosat-Mengen zwar recht klein. Dennoch sind die Testergebnisse besorgniserregend: Glyphosat wird von der Weltgesundheitsorganisation als erbgutschädigend und "wahrscheinlich krebserregend beim Menschen" eingestuft. Der Stoff steht zudem unter Verdacht, hormonell wirksam zu sein. Bei krebserregenden und hormonwirksamen Stoffen gibt es keine Untergrenze, unter der sie sicher sind. Sie können selbst in kleinsten Mengen eine gesundheitsschädigende Wirkung entfalten.

<strong>Lesen Sie hier: Nockherberg 2016 - Alle Infos, Stimmen und Bilder zum Starkbieranstich</strong>

Die Tatsache, dass das Umweltinstitut bei allen Proben fündig wurde, legt zudem nahe, dass auch die nicht getesteten Biersorten und Biermarken beziehungsweise Brauereien von einer Belastung mit Glyphosat betroffen sein können.

Wir Deutschen konsumieren im Durchschnitt 107 Liter Bier pro Jahr. Durch die Untersuchung des Umweltinstituts steht nun fest: Wir nehmen damit unbewusst auch Glyphosat zu uns. Das passt nicht zu dem Image von Reinheit und Natürlichkeit, für das deutsches Bier weltweit steht.

Das Umweltinstitut sieht deshalb jetzt die Brauereien am Zug: Sie müssen klären, wie Glyphosat ins Bier gelangen konnte und in Zukunft sicherstellen, dass ihre Produkte frei von Pestizidrückständen sind. Das Umweltinstitut hat deshalb eine Online-Aktion gestartet, mit der sich Verbraucher direkt an die Hersteller der getesteten Biere wenden können.

Wer sich an diesem Online-Protest beteiligen möchte, kann das hier tun.

 

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