Eisige Schönheit: Zur Stadtspaziergangs-Jahresbilanz an den Feringasee

Zum Jahres-Abschluss sitzt Sigi Müller dieses Mal am Feringasee und zieht ein kleines bisschen Bilanz.
| Sigi Müller
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Im Sommer wieder: Hier beginnt der FKK-Bereich am Feringasee.
Sigi Müller 7 Im Sommer wieder: Hier beginnt der FKK-Bereich am Feringasee.
Es schmeckt! Biber haben sich hier ebenfalls angesiedelt.
Sigi Müller 7 Es schmeckt! Biber haben sich hier ebenfalls angesiedelt.
Eine Stockente genießt die wärmenden Sonnenstrahlen.
Sigi Müller 7 Eine Stockente genießt die wärmenden Sonnenstrahlen.
Blattspiegelung - auch schön.
Sigi Müller 7 Blattspiegelung - auch schön.
Ein herrliches Farbenspiel zaubert die spärliche Wintersonne am See.
Sigi Müller 7 Ein herrliches Farbenspiel zaubert die spärliche Wintersonne am See.
Wolken, Wind und See - eine zauberhafte Stimmung am menschenleeren Feringasee.
Sigi Müller 7 Wolken, Wind und See - eine zauberhafte Stimmung am menschenleeren Feringasee.
Dieser Reiher weiß offenbar, wie man sich gekonnt in Szene setzt.
Sigi Müller 7 Dieser Reiher weiß offenbar, wie man sich gekonnt in Szene setzt.

München - Ich sitze auf einer Bank auf dem FKK-Gelände am Feringasee. Natürlich winterlich bekleidet - und lasse das Jahr ein wenig Revue passieren.

Ein seltsames Jahr war es ja schon. Ein Jahr, das bei allem Weitblick nun wirklich nicht zu erwarten war. Ein Jahr, in dem die meisten unserer Pläne von einem Moment auf den anderen verpufften. Vieles, was gerade um uns herum passiert, ist nicht wirklich zu verstehen. Und, leider, die Politik macht auch nicht alles so ganz richtig.

Etliche S-Bahn-Nutzer ohne Schutzmaske

Da gehen Tausende während dieser Pandemie demonstrieren, und die Behörden melden, dass sich die Demonstranten "weitgehend an die Coronaregeln" gehalten haben. Was heißt das? Im Prinzip, dass man die Sache nicht im Griff hatte und dass die Polizei als Zuschauer weitgehend nichts unternommen hat.

Ich gehe am Samstag vor dem Lockdown durch die Stadt, um Fotos zu machen. Weitgehend halten sich alle an die Maskenpflicht, aber eben nur weitgehend, denn schon in der S-Bahn sitzen etliche ohne Maske oder haben diese vermeintlich cool und kleidsam unter der Nase hängen.

Ein herrliches Farbenspiel zaubert die spärliche Wintersonne am See.
Ein herrliches Farbenspiel zaubert die spärliche Wintersonne am See. © Sigi Müller

Am Viktualienmarkt ein fröhliches Schlemmen und Trinken, natürlich ohne Maske und Abstand, das Gleiche am Marienplatz. Nirgendwo zu sehen: die Polizei. Einfach nicht da.

Vor Kurzem stand ich am Ostbahnhof am Bahnsteig. Drei Ordner mit Signalwesten standen dort. Wenig los. Auf der Bank neben mir drei Leute ohne Masken. Ich machte einen der Ordner darauf aufmerksam, er aber schlug mir vor, das selbst zu klären. Er und seine Kollegen seien dafür da, das Gleisbett zu überwachen, falls jemand reinfällt. Verstehe, man muss in diesen Zeiten Prioritäten setzen.

Dann stehe ich in der Maffeistraße an der Trambahnhaltestelle. Ein Mann sitzt ohne Maske im Wartehäuschen. Alleine. Niemand will sich zu ihm setzen. Ein Polizeiwagen rollt vorbei, hält kaum an, das Beifahrerfenster wird heruntergekurbelt, ein Polizist fordert den Mann auf, die Maske aufzusetzen, der Wagen rollt weiter. Der Mann setzt die Maske kurz auf - und gleich wieder ab.

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Was nutzen die Einschränkungen, wenn sich viele nicht daran halten?

Viele Beispiele könnte ich aufzählen. Viel zu viele. Was nutzen all die ganzen Einschränkungen, wenn sie halt nur "weitgehend" interessieren?

Auf der anderen Seite: In über 1.500 Altenheimen in Deutschland kam und kommt es zu Corona-Infektionen mit vielen, vielen Toten. Obwohl die Politik bereits seit März betont, dass gerade die dort lebenden Seniorinnen und Senioren geschützt werden müssen. Vieles läuft schon verdammt falsch in unserem Land.

Am Feringasee ist die Welt noch in Ordnung

Ich stehe auf, gehe um den Feringasee, hänge weiter meinen Gedanken nach. Ich sehe, dass die Biber hier auch längst angekommen sind und beobachte durch das Geäst einen Graureiher beim Jagen. Eine wunderschöne Lichtstimmung am See, der Himmel spiegelt sich im Wasser und zeigt ein wildes Wolkenspiel.

Dieser Reiher weiß offenbar, wie man sich gekonnt in Szene setzt.
Dieser Reiher weiß offenbar, wie man sich gekonnt in Szene setzt. © Sigi Müller

Eine kleine, fast normale Welt.

In diesem Sinne ein schönes neues Jahr

Ihr

Sigi Müller

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