"Ein Stück Münchner Stadtgeschichte": Diese Kirche erhält bald eine ganz andere Nutzung
Die Erzdiözese München und Freising vermietet ihr ehemaliges Ordinariatsgebäude in der Rochusstraße nach einer Generalsanierung als Büroimmobilie. Das teilte die Erzdiözese am Montag mit. Damit reduziere sie "gemäß den Vorgaben ihres Gesamtstrategieprozesses den Umfang ihrer Verwaltungsflächen".
Die neuen Büros im Kreuzviertel sollen Mitte 2028 fertig sein
Mit der Projektentwicklung wurde die Firma Values Real Estate beauftragt. "Ein Stück Münchner Stadtgeschichte inmitten des Kreuzviertels erhält eine neue Zukunft", heißt es in einer Stellungnahme des Projektentwicklers. Fertigstellung und Vermietung sind für Mitte 2028 geplant.
Architekturbüro MVRDV übernimmt die Objektplanung
"Im Herzen der Münchner Innenstadt, in unmittelbarer Nähe zur Dreifaltigkeitskirche", starte ein Immobilienprojekt, das Historisches und Zukünftiges miteinander verbinden solle. Man werde dabei "behutsam und mit größtem Respekt vor der historischen Substanz" vorgehen.
Nach Angaben der Erzdiözese erstreckt sich der Leistungsumfang von der Erarbeitung eines Nutzungskonzepts über die Sanierung bis zur vollständigen Vermietung. Die Objektplanung übernehme dabei das renommierte Architekturbüro MVRDV.
Das im niederländischen Rotterdam beheimatete Unternehmen erhielt unter anderem 2021 mit dem Bürogebäude "Werk12" im Werksviertel-Mitte die Auszeichnung "Bestes Bauwerk des Jahres in Deutschland".
Wiederaufbau eines im Krieg zerstörten Karmelitinnen-Klosters
Das ehemalige Verwaltungsgebäude der Erzdiözese in der Rochusstraße 5-7 ist ein Wiederaufbau im historischen Maßstab eines im Krieg zerstörten Karmelitinnen-Klosters aus dem Jahr 1711, der unter Denkmalschutz steht und im Jahre 1978 erweitert wurde.
Die Projektimmobilie umfasst eine Fläche von mehr als 7300 Quadratmetern, erstreckt sich über sechs Geschosse sowie 25 Stellplätze und wird räumlich von der angrenzenden Dreifaltigkeitskirche getrennt sein. Eine Anbindung an den ÖPNV ist fußläufig gegeben.
Values Real Estate will "identitätsstiftende Immobilie" in der Altstadt etablieren
"Wir freuen uns sehr über das Vertrauen des Erzbistums München und Freising, eine derart bedeutsame und einzigartige Immobilie entwickeln zu können", wird Thorsten Bischoff, Managing Partner Values Real Estate, in der Mitteilung zitiert: "Unser Ziel ist es, das ehemalige Kloster wieder als identitätsstiftende Immobilie in der Altstadt zu etablieren und den neuen Nutzern einen exzeptionellen Ort anzubieten."
Nachhaltige Nutzung im Fokus
Man verfolge ein ganzheitliches Konzept, so das Unternehmen, und stelle daher sowohl ökologische als auch kulturelle Werte in den Mittelpunkt.

Es gelte einen Ort zu schaffen, der zeitgemäße Arbeitswelten ermögliche und gleichzeitig die Geschichte des Gebäudes sowie seiner Umgebung würdige: Die nachhaltige Nutzung stehe dabei ebenso im Fokus wie die sorgsame Integration ins historische Stadtbild.
Anschluss ans Fernwärme- bzw. Fernkältenetz der Stadtwerke
Thorsten Bischoff: "Dieses Projekt ist für uns eine Herzensangelegenheit. Wir möchten zeigen, dass sich wirtschaftliche Nutzung und kulturelle Verantwortung nicht ausschließen, sondern gegenseitig bereichern können."
Das zuletzt leerstehende Gebäude war in den vergangenen Jahren bereits für die Umnutzung vorbereitet und teilweise entkernt worden. Jetzt soll es im Zuge der Generalsanierung an das künftige Fernwärme- bzw. Fernkältenetz der Stadtwerke München (SWM) angeschlossen werden. Eine ESG-Zertifizierung soll gewährleisten, dass Umwelt-, Sozial- und Governance-Standards erfüllt sind.
Die Einnahmen aus der Vermietung des Gebäudes – mehr als 220 moderne Büros entstehen hier – sollen perspektivisch dazu dienen, angesichts absehbar sinkender Kirchensteuereinnahmen alternative Ressourcen zur Finanzierung kirchlicher Angebote zu erschließen, so die Erzdiözese.
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