Nach Rückzug von den Bayern: Es brennt weiter lichterloh für Dieter Reiter

Jetzt also doch. Dieter Reiter tritt bei den Bayern ab. Dieses "Jetzt also doch" ist aber keine Kehrtwende. Es folgt seiner eigenartigen "Strategie" seit den ersten Fragen zu Nebenjobs und Nebeneinnahmen: immer erst im allerletzten Moment das Unausweichliche zu tun. "Volle Transparenz" schaut anders aus.
Dazu passt, dass viele Fragen weiter unbeantwortet bleiben, auch solche, die rechtlich und politisch relevant sind. Auch nach seiner Wahl-Schlappe wollte Dieter Reiter nicht beantworten, ob er vorhat, künftig an Sitzungen im Rathaus teilzunehmen, die Themen zum Inhalt haben, die den FC Bayern betreffen. Offen bleibt auch jetzt noch, ob er geschenkte VIP-Tickets versteuert hat, ob und wie er städtische Infrastruktur für die Bayern-Jobs verwendet hat.
Ein fataler Irrtum von Dieter Reiter Beratern
Dass jemand, der viele Jahre im Verwaltungsrat der Bayern sitzt, vor seiner Wahl zum Aufsichtsrat nicht gewusst haben will, wie viel man mit diesem Posten verdient, ist ungefähr so glaubwürdig wie jemand, der seit den 80er Jahren für die Stadt arbeitet, aber nicht wusste, dass so ein Job genehmigt werden muss. Oder so glaubwürdig wie jemand, der zum Aufsichtsrat gewählt wird, aber denkt, er habe nur als Gast an der Sitzung teilgenommen. Oder so glaubwürdig, wie jemand, der als OB nicht gewusst haben will, dass der Stadtrat derart hohe Nebeneinkünfte ohnehin nicht genehmigen darf. Auf gut deutsch: Der OB hat ein akutes Glaubwürdigkeitsproblem.
Wenn Reiter und seine Berater bis zum Wahltag geglaubt haben, die Causa "Nebenbeschäftigung" retten zu können, erweist sich das jetzt als fataler Irrtum. Der Rauch hat sich nicht verzogen. Auch nicht jetzt, mit dem Rücktritt von den Bayern-Ämtern. Für Reiter und die SPD brennt es weiter lichterloh.