Eigentumswohnungen in München: Immobilien werden immer teurer

Wer sich den Traum vom Eigenheim erfüllen will, muss in München früh anfangen zu sparen. Die Preise steigen nämlich weiter ungebremst. Das zeigen die Zahlen des Immobilienverbandes IVD.
| Florian Zick
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Für den Traum vom Eigenheim braucht man in München und der Region ein besonders dickes Sparschwein.
imago Für den Traum vom Eigenheim braucht man in München und der Region ein besonders dickes Sparschwein.

München - Die gute Nachricht vorneweg: Im bundesweiten Durchschnitt scheint die rasant ansteigende Kurve bei Immobilienpreisen langsam etwas zu verflachen. Die schlechte Nachricht gleich hinterher: Für München und die Region gilt das leider nicht.

Der Immobilienverband IVD hat am Mittwoch seinen halbjährlichen Marktbericht vorgelegt. Und dieser kennt – wie in den vergangenen sieben Jahren so üblich – für den Großraum wieder einmal nur neue Rekordwerte. Der Baugrund für ein Einfamilienhaus in guter Wohnlage legt im Vergleich zum Herbst 2016 noch einmal um zehn Prozent zu und kostet in München nun durchschnittlich 2,2 Millionen Euro. Für eine Doppelhaushälfte muss man im Schnitt 995.000 Euro hinblättern. Und auch bei den Wohnungen geht es noch einmal ordentlich nach oben.

"Da stellt sich schon die Frage, wer das noch bezahlen soll"

Bei einer Bestandswohnung liegt der Preis inzwischen bei 5.850 Euro pro Quadratmeter, bei Neubauten mit 7500 Euro sogar noch einmal deutlich darüber. Seit 2007 haben sich die Preise in manchen Segmenten mehr als verdoppelt. "Da stellt sich schon die Frage, wer das noch bezahlen soll", sagt IVD-Chef Stephan Kippes.

Für den Ottonormal-Münchner ist der Traum vom Eigenheim damit eigentlich nicht mehr finanzierbar. Die durchschnittliche Doppelhaushälfte wird beim IVD mit 120 Quadratmetern bemessen. "Das ist nichts Fürstliches", sagt Kippes. Und nur noch einmal kurz zur Erinnerung: Mit rund einer Millionen Euro muss man da trotzdem planen.

Bei den Interessenten sei die Schmerzgrenze damit oftmals schon erreicht, urteilt der IVD. Von einer Immobilienblase wollen die Experten trotzdem nicht sprechen. Denn es sei immer noch genügend Geld am Markt, sagt Michael Post, Münchens oberster IVD-Sachverständige.

700.000 Euro? Kein Problem

"Ich werde noch oft genug von Leuten angesprochen, die sagen: Für 600.000 bis 700.000 Euro würden sie sofort kaufen", so Post. Bei einer Teuerungsrate von teilweise zehn Prozent im Halbjahr könne man aber schon von "deutlichen Überhitzungserscheinungen" des Marktes sprechen, sagt IVD-Chef Kippes. Die Münchner Preisspirale hat auch massive Auswirkungen auf das Umland. "Die Leute sind mehr und mehr bereit, aus ihrem geliebten München rauszugehen", sagt der in Dachau stationierte IVD-Experte Stanko Cvijanovic.

In seinem Zuständigkeitsbereich sei mittlerweile ein deutlicher Preisanstieg bis raus nach Altomünster zu spüren, so Cvijanovic. Die Menschen tauschten inzwischen gerne Entfernung gegen etwas niedrigere Preise. Eine halbe Stunde bis nach München sei da heutzutage gar nichts mehr.

Von der realen Lohnentwicklung sind die Immobilienpreise dabei längst entkoppelt. Während die Einkommen seit 1995 in München nur vergleichsweise moderat um 34 Prozent zugelegt haben, ist der Preis für ein freistehendes Einfamilienhaus in der gleichen Zeit unverhältnismäßig rasant angestiegen. In diesem Frühjahr musste man für den Traum vom Eigenheim 222 Prozent von dem hinlegen, was man noch vor gut 20 Jahren gezahlt hat. Dass die Kurve in München und der Region bald mal wieder nach unten zeigt, glaubt man beim IVD nicht.

Die Preise werden wohl kaum nachlassen, höchstens werde der Steigungswinkel etwas flacher, sagt Instituts-Chef Kippes. "Es wäre schon eine Nachricht", sagt er, "wenn mal ein Plateau erreicht würde."

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