Drogen-Razzia bei Promi-Wirt Bachmaier

40 Beamte fahren vor. Sie durchsuchen die Gast- und Wohnräume von Promi-Wirt Hugo Bachmaier in München – und werden nach AZ-Informationen auch fündig.
| N. Job, M. Schilling, B. Oßberger, T. Lokoschat
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40 Beamte fahren vor. Sie durchsuchen die Gast- und Wohnräume des Promi-Wirts – und werden nach AZ-Informationen auch fündig. Die Ermittlungen laufen offenbar schon länger

München - Es sollte ein gediegener und, ja, auch ein illustrer Themen-Abend werden. Trotz des Regens rüstete man sich im „Bachmaier Hofbräu” in der Leopoldstraße 50 für ein Fest in Weiß: Die Gäste waren angehalten worden, sich hell, am besten weiß zu kleiden.

Aber daraus wurde dann irgendwie nichts: Stattdessen kamen viele Menschen in Grün – und suchten nach weißem Stoff.

Gegen 18 Uhr fuhr die Polizei vor dem Lokal vor, das Hugo Bachmaier (53) seit 2005 führt. Das Unterstützungskommando (USK) war auch dabei, um den Einsatzort abzusperren. Über 40 Beamte waren im Einsatz. Sie suchten nach: Drogen. Offenbar war die Razzia das Ergebnis von Ermittlungen, die schon länger laufen – und Hugo Bachmaier direkt im Visier haben.

Kriminaloberrat Armin Aumüller, der Chef der Drogenfahndung (Dezernat 8), bestätigte der AZ am Mittwochabend: „Die Durchsuchung richtete sich nicht gegen das Lokal, sondern gegen den Geschäftsführer des Lokals. Wir hatten dafür einen Durchsuchungsbeschluss der Staatsanwaltschaft MünchenI."

Deshalb wurden nicht nur die Geschäftsräume durchsucht, sondern auch die Privatwohnung im Münchner Norden. Die Aktion dauerte mehrere Stunden lang. Dabei wurden mehrere Zeugen vernommen, auch Hugo Bachmaier wurde eingehend befragt.

Zur AZ sagte Polizeisprecher Gottfried Schlicht: „Herr Bachmaier wurde vernommen und nach den polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen.” Bachmaier soll danach spätabends wieder im Lokal gewesen sein - und weitergefeiert haben.

„Die Party fällt wegen akuten Schneefalls aus”

Die Nachricht von der Razzia verbreitete sich rasch unter jenen Promis und Nachtschwärmern, die eigentlich aufs weiße Fest im Bachmaier hätten gehen wollen. Per Telefonkette informierte man einander – auch mit launigen Umschreibungen. „Die Party fällt wegen akuten Schneefalls aus”, witzelte einer, der Bachmaier seit Jahren kennt.

Nach AZ-Informationen sollen die Beamten in der Privatwohnung tatsächlich fündig geworden sein. Allerdings soll es sich um kleinere Mengen Drogen gehandelt haben.
Wie sie dorthin gelangt sind? Wem sie gehören? Das blieb in der Nacht noch unbeantwortet.

Die Polizei teilte mit, erst nach dem kompletten Abschluss der Aktion deren Ergebnisse zu offenbaren.  Dann dürfte sich auch weisen, wie es mit der Karriere des glitzernden Gastronomen weitergeht.

Als Hugo Bachmaier, der zunächst ein Lokal in Neuhausen betrieben hatte, mit der Gunst von Hofbräu das Lokal an der Leopoldstraße übernommen hatte, feierte die Szene das ausgelassen. Schauspiel- und Fußballstars, Wiesn-Wirte und Wichtigtuer erschienen zur Eröffnung. Bachmaier genoss es. Ihm wird nachgesagt, er wünsche sich ein Zelt auf der Wiesn. Das käme einer Krönung gleich.

Auf die Erfahrung des gestrigen Abends würde er dagegen wohl lieber verzichten. Das Fest in Weiß geriet zu einer schwarzen Stunde.

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