Dominik Krause vor der Stichwahl: "Ich werde mich nicht verbiegen"

Das wäre eine Sensation, wenn München in zwei Wochen einen 35 Jahre alten grünen Oberbürgermeister bekäme. Doch vorher muss Dominik Krause, der seit gut zweieinhalb Jahren Münchens Zweiter Bürgermeister ist, erst noch die Wähler von sich überzeugen.
"Ich werde mich nicht verbiegen"
Und zwar vor allem die 121.713 Menschen, die am Sonntag für den CSUler Clemens Baumgärtner stimmten, der sich im Wahlkampf "Baustellen-Schreck" nannte und viel gegen die vermeintlich ideologische Radl-Politik der Grünen wetterte.
Wie soll das gehen? Ein Anruf bei Krause. "Ich werde mich nicht aus strategischen Gründen verbiegen oder mich plötzlich ganz anders positionieren", antwortet er. Worauf er setzt: "Wir wollen eine Aufbruchstimmung vermitteln. Ich glaube, das trifft den Nerv von vielen Münchnern, die sich von der Politik Antworten wünschen und nicht nur eine Verwaltung des Status quo." Auch wenn er keine Namen nennt, darf man das als eine Anspielung auf den Amtsinhaber Dieter Reiter (SPD) verstehen.
Auf in den Haustürwahlkampf
"Wir haben im Wahlkampf auf Inhalte gesetzt, insbesondere auf bezahlbares Wohnen, ÖPNV-Ausbau und Klimaschutz", sagt Krause außerdem. Diese Themen wolle er in Koalitionsverhandlungen "mit Nachdruck" einbringen. Krause kündigt an, mit allen demokratischen Parteien Gespräche zu führen – "selbstverständlich zuerst mit unserer Koalitionspartnerin SPD".
Anders als noch 2020 habe es keinen bundespolitischen Rückenwind gegeben. "Dass wir dennoch wieder stärkste Kraft im Stadtrat sind und die Stichwahl erreicht haben, ist deshalb umso höher zu bewerten", findet Krause. Jetzt wolle er an vielen Haustüren klingeln und mit möglichst vielen Münchnern ins Gespräch kommen.