Digitaler Strafzettel: Pilotprojekt in München wird verlängert und ausgeweitet

Zwei Monate lang wurde der digitale Strafzettel in München getestet. Die Polizei zieht eine positive Bilanz und verlängert die Pilotphase, zudem werden weitere Dienststellen daran beteiligt.
| Hüseyin Ince
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Polizeipräsident Thomas Hampel (r.) lässt sich von Beschäftigten der Polizeiinspektion 14 (Westend) den Gebrauch der App zeigen.
Polizeipräsident Thomas Hampel (r.) lässt sich von Beschäftigten der Polizeiinspektion 14 (Westend) den Gebrauch der App zeigen. © Polizei München

München - Seit 18. Juni testet die städtische Polizei digitale Strafzettel – und ist offenbar begeistert. Die bislang beteiligten vier Reviere stellten seither 80 Prozent ihrer insgesamt 16 800 Strafen per "mOwi-App" für Beamten-Smartphones und vorgefertigtem QR-Code aus. Das schont laut einem Polizeisprecher Ressourcen sowie Zeit und ist deutlich umweltfreundlicher. Ende September sollen daher laut Polizei alle Münchner Dienststellen in das QR-Code-Verfahren eingebunden werden.

Mit dem bisherigen Verfahren hinterließen Polizisten und Dienstleister händisch drei Zettel, falls jemand verwarnt wurde: einmal den originalen Strafzettel, einmal den Durchschlag und dazu den Überweisungsschein. Alles an der Windschutzscheibe. Diese Methode wird es auch weiterhin geben.

Alte Strafzettelmethode wird es weiterhin geben

Mit dem bisherigen Verfahren hinterließen Polizisten und Dienstleister händisch drei Zettel, falls jemand verwarnt wurde: einmal den originalen Strafzettel, einmal den Durchschlag und dazu den Überweisungsschein. Alles an der Windschutzscheibe. Diese Methode wird es auch weiterhin geben.

Mit dem neuen QR-Code-Verfahren entfällt das größtenteils. Es wird nur noch ein vorgefertigter Zettel mit QR-Code von einem Block gezogen und unter den Scheibenwischer geklemmt. In der mOwi-App erfassen die Beamten die Daten (Kennzeichen, Uhrzeit, Verstoß) und verknüpfen dann QR-Code sowie Daten.

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Ein weiterer Vorgang bleibt erspart: Die Daten müssen nicht erst in das zentrale Polizei-Computersystem übertragen werden. Sie sind dort bereits, wenn der Strafzettel ausgestellt ist.

Bestrafte Fahrzeughalter (zu schnell, Parken in der Feuerwehranfahrt, nicht angeschnallt) haben es nun auch einfacher. Sie halten ihr Smartphone auf den QR-Code und werden auf eine Seite der Polizei weitergeleitet, wo sie den digitalen Strafzettel sowie den Überweisungsträger einsehen können und bezahlen direkt, falls ihre Bank das Verfahren freigeschaltet hat.

Strafzettel bezahlen mit dem Smartphone

Ist es nicht freigeschaltet, kann der Fahrzeughalter die Überweisung ausdrucken, Kontodaten eintragen, unterschreiben und bei der Bank abgeben – oder online bezahlen. Und was macht man ohne Smartphone?

Das sei kein Problem, sagt ein Polizeisprecher. Auch mit dem bisherigen Verfahren werde man ja irgendwann per Post an den Verstoß erinnert. Und das werde auch bei den QR-Code-Strafzetteln der Fall sein, falls der Strafbetrag nicht bezahlt werde.

Auch per Heimcomputer kann der Strafzettel aufgerufen und beglichen werden. Auf den Zetteln mit QR-Codes sind Vorgangsnummern, mit denen sich Strafmaß sowie Vergehen einsehen lassen. 

Diese Polizeiinspektionen nutzen den digitalen Strafzettel

Deshalb verlängert die Polizei nun das Projekt mit der "mOwi-App". Zudem wird das Verfahren ab dem 26. August auf acht weitere Dienststellen ausgeweitet. Bislang schon beteiligt waren:

  • Polizeiinspektion (PI) 14 Westend
  • PI 22 Bogenhausen
  • PI 44 Moosach
  • 2. Einsatzhundertschaft (wird im gesamten Zuständigkeitsbereich der Münchner Polizei eingesetzt)

Neu hinzugekommen sind nun:

  • PI 12 Maxvorstadt
  • PI 13 Schwabing
  • PI 42 Neuhausen
  • PI 45 Pasing
  • Verkehrspolizeiinspektionen Verkehrsüberwachung und Verkehrsunfallaufnahme
  • 1. Einsatzhundertschaft (wird im gesamten Zuständigkeitsbereich der Münchner Polizei eingesetzt)
  • Hauswache im Polizeipräsidium in der Ettstraße
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