Diese sieben Punkte will Dominik Krause anders machen als Dieter Reiter
Nach nicht einmal einer halben Stunde ist die Pressekonferenz schon wieder vorbei. Der OB-Kandidat der Grünen Dominik Krause hält sie in seiner Mittagspause in der Parteizentrale ab. Danach muss er ins Rathaus, den Personalausschuss leiten. Warum er eingeladen hat? Krause will – wenige Tage vor der Stichwahl – deutlich machen, was er anders machen würde als Amtsinhaber Dieter Reiter (SPD), der seit zwölf Jahren der Chef im Münchner Rathaus ist.
Ihm würden viele Menschen im Wahlkampf spiegeln, dass ein „Passt“, wie es Reiter auf sein Plakat gedruckt hat, nicht reicht, sagt Krause. Sieben Punkte will er sofort als erste Amtshandlung umsetzen, wenn er die Wahl gewinnt.
Mit dem ersten Punkt richtet sich Krause an die rund 45.000 städtischen Mitarbeiter. Er will eine neue Führungskultur im Rathaus. "Erfolg hängt davon ab, wie motiviert die Mitarbeiter sind", sagt Krause.
Er will "kollegial, auf Augenhöhe und lösungsorientiert" mit der Verwaltung zusammenarbeiten. Auch eine neue Fehlerkultur will er etablieren. "Wenn wir schneller und effizienter werden wollen, müssen wir neue Wege beschreiten und dann passieren auch mal Fehler", sagt Krause. Die Mitarbeiter sollen dann keine Angst haben, sofort auf den Deckel zu bekommen. Ein Seitenhieb gegen OB Reiter, der oft öffentlich über die Verwaltung (insbesondere über das Mobilitätsreferat) schimpft.
Eine Fläche von mehr als vier Theresienwiesen steht in München leer
Anpacken will Krause außerdem das Thema Leerstand. In München stehen 1,8 Millionen Quadratmeter Büroflächen leer. Das ist eine Fläche von mehr als vier Theresienwiesen. Mehr als 10.000 Wohnungen hätten dort Platz. Krause kündigt an, sich mehr darum kümmern zu wollen – und zwar mit einer neuen Fachstelle im Rathaus, die Eigentümer von leer stehenden Flächen proaktiv anspricht.
Reiter zeigte sich im letzten Radio-Duell eher skeptisch, ob das klappt. Aus seiner Sicht sind solche Umwandlungen für Eigentümer nicht wirklich interessant, weil sie ihre Büros erst aufwendig und teuer umbauen müssten – etwa für Toiletten und Sanitäranlagen.
Krause widerspricht: "In München gibt es Start-ups, die ohne großen Aufwand aus Büros Studenten-Appartements machen können." Sanitäranlagen müssten sich die Studenten dort allerdings teilen. Und nicht nur Wohnungen sollen entstehen: Krause will auch mehr Zwischennutzungen für Start-ups und Künstler ermöglichen.
Einrichten will Krause außerdem eine Stelle, die gegen Mietwucher vorgeht. Wichtig ist das aus seiner Sicht vor allem, weil in München in den vergangenen 15 Jahren die Miete um mehr als 50 Prozent gestiegen sei. Die Linke beantragte so eine Stelle bereits 2024. Damals reagierte Grün-Rot eher zurückhaltend.
So will Krause Baustellen beschleunigen
Einsetzen will sich Krause dafür, dass Baustellen für die Münchner erträglicher werden. Krause plädiert für Vollsperrungen, um die Baustellen möglichst schnell abzuwickeln. Verbessern soll sich zudem die Beschilderung. Händlern, die wegen Baustellen Einbußen haben, soll die Stadt finanziell helfen. Das Geld will Krause aus einem "Baustellenfonds" nehmen. In Heidelberg gebe es diesen bereits.
Auch den ÖPNV-Ausbau will Krause beschleunigen. Momentan seien die Zuständigkeiten in der Verwaltung zersplittert. Krause will die "Taskforce ÖPNV" unter der Leitung des OB wiederbeleben. "Die gab es schon mal, wurde aber von Dieter Reiter nicht übermäßig gut besucht und dann eingestellt", sagt er.
Um die Wirtschaft anzukurbeln, fordert Krause einen Bürokratie-Abbau. Für Unternehmen soll es in Zukunft reichen, sich nur noch an eine Stelle in der Verwaltung zu wenden.
Alle Herausforderungen, vor denen München steht, lassen sich freilich nicht so schnell lösen, weiß Krause. Diese sieben Punkte sollen ein Anfang sein.
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