Diese Galeria-Filialen stehen auf dem Prüfstand – auch München ist dabei

Die Warenhauskette will ihr Filialnetz verkleinern. Am Rotkreuzplatz in München sowie in vier weiteren Städten in Bayern müssen Standorte um ihre Zukunft zittern – und Beschäftigte um ihren Job.
von  AZ/dpa
Die Galeria-Filiale am Rotkreuzplatz in Neuhausen: Der neue Eigentümer OFB will an dem Standort neu bauen. Büros, Wohnungen und Hotelflächen sollen entstehen, auch rund 6000 Quadratmeter Einzelhandelsflächen sind geplant.
Die Galeria-Filiale am Rotkreuzplatz in Neuhausen: Der neue Eigentümer OFB will an dem Standort neu bauen. Büros, Wohnungen und Hotelflächen sollen entstehen, auch rund 6000 Quadratmeter Einzelhandelsflächen sind geplant. © IMAGO/Wolfgang-Maria Weber

33 Filialen der Warenhauskette Galeria werden auf ihre Rentabilität geprüft und könnten geschlossen werden. Das Unternehmen nennt jetzt die betroffenen Standorte. Auch die Filiale am Rotkreuzplatz in München steht zusammen mit vier weiteren bayerischen Standorten auf der Liste. Die AZ berichtet seit geraumer Zeit über die Planungen des Unternehmens

Galeria will mit den Vermietern über Mietkonditionen und Flächenanpassungen verhandeln. Sollten keine tragfähigen Lösungen erarbeitet werden, sei die Fortführung der jeweiligen Filiale gefährdet. Bei einigen Häusern laufen die Gespräche bereits, bei anderen sollen sie jetzt beginnen. 

Galeria-Schließungen: Diese Standorte sind Teil der Liste

  • Bayern: München (Rotkreuzplatz), Aschaffenburg, Bayreuth, Memmingen, Würzburg
  • Baden-Württemberg: Freiburg (Europaplatz), Heilbronn, Mannheim, Offenburg, Singen
  • Berlin: Alexanderplatz, Hermannplatz, Kurfürstendamm, Spandau
  • Brandenburg: Potsdam
  • Hamburg: Eimsbüttel
  • Hessen: Bad Homburg, Limburg an der Lahn
  • Mecklenburg-Vorpommern: Wismar
  • Niedersachsen: Braunschweig, Oldenburg
  • Nordrhein-Westfalen: Euskirchen, Kleve, Köln (Breite Straße, Hohe Straße, Nippes), Mülheim (Rhein-Ruhr Zentrum), Münster (Salzstraße)
  • Rheinland-Pfalz: Bad Kreuznach, Koblenz, Mainz, Speyer
  • Sachsen-Anhalt: Magdeburg

Kriterien für die Auswahl waren laut Galeria unter anderem die Mietbelastung und Ertragskraft. "Wir werden jeden Standort einzeln und ergebnisoffen betrachten", sagte Geschäftsführer Tilo Hellenbock. Wann Entscheidungen fallen, ließ eine Sprecherin von Galeria offen. 

Der Konzern beschäftigt rund 12.000 Menschen und meldete Anfang 2024 zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren Insolvenz an.
Der Konzern beschäftigt rund 12.000 Menschen und meldete Anfang 2024 zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren Insolvenz an. © Oliver Berg/dpa

Alle Warenhäuser müssten nachhaltig profitabel wirtschaften, teilte das Unternehmen mit. Da alle Filialen diesbezüglich Optimierungspotenzial hätten, sollen auch an den übrigen 50 Standorten Gespräche mit Vermietern geführt werden. Parallel prüft Galeria auch den Umzug in geeignetere Immobilien und Neueröffnungen.

Neuer Millionenkredit für Galeria

Die angeschlagene Warenhauskette bekam kürzlich eine neue Kreditfinanzierung von bis zu 160 Millionen Euro. Die Kreditlinie wird von der US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers bereitgestellt und ist an einen Sanierungsplan geknüpft, der weitere Schließungen vorsieht. Im Juni wurde bereits bekannt, dass rund 30 der 83 Filialen als gefährdet gelten. 

Das neue Geld dient unter anderem dazu, einen Kredit des Minderheitsgesellschafters Bain Capital abzulösen und offene Mietzahlungen zu begleichen. Mehrere Vermieter beklagten in den vergangenen Monaten, dass Mieten nicht oder nur teilweise gezahlt wurden. Galeria verwies auf Liquiditätsschwankungen und räumte ein, die Vermieter um eine Stundung gebeten zu haben. 

Der Konzern, der rund 12.000 Menschen beschäftigt, hatte Anfang 2024 zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren Insolvenz angemeldet. Grund dafür war unter anderem die finanzielle Schieflage des Mutterkonzerns Signa.

Im Sommer 2024 wurden neun Standorte geschlossen. Seitdem gehört Galeria der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz.

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