Die Stadt will den Franziskaner retten

Dem "Franziskaner" an der Oper droht das Aus. Im Rathaus haben die großen Parteien am Montag beraten, wie das Traditionslokal womöglich doch noch erhalten werden kann.
| Florian Zick
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Die Eigentümerfamilie von Finck will aus dem Franziskaner ein Luxus-Einkaufszentrum machen. Die Stadt war in diese Pläne bislang nicht eingeweiht. Entsprechend groß ist jetzt die Aufregung.
Stefan M. Prager/imago Die Eigentümerfamilie von Finck will aus dem Franziskaner ein Luxus-Einkaufszentrum machen. Die Stadt war in diese Pläne bislang nicht eingeweiht. Entsprechend groß ist jetzt die Aufregung.

Altstadt - Das drohende Aus für das Traditionslokal "Zum Franziskaner" gegenüber von der Oper versetzt auch das Rathaus in Aufruhr. Die großen Parteien haben bei ihren Fraktionssitzungen deshalb unter anderem auch besprochen, welche Möglichkeiten die Stadt hat, um die Umwandlung in ein Luxus-Einkaufszentrum noch zu verhindern.

„Es kann nicht sein, dass solch bedeutende Entscheidungen ohne Rücksprache mit der Politik getroffen werden“, polterte Hans Podiuk, der Chef der CSU im Stadtrat. Die Münchner Innenstadt brauche Gaststätten wie den Franziskaner. Es müsse dringend verhindert werden, dass Gebäude an solch prominenten Stellen zum Spielball von Immobiliengesellschaften werden.

Ähnlich äußerte sich auch Podiuks SPD-Kollege Alexander Reissl. „Der Charakter und Charme unserer Innenstadt lebt davon, dass es dort eine gesunde Mischung aus Einzelhandel, Kultur, Wohnen und Gastronomie gibt“, sagte er. Seine Fraktion werde den Franziskaner deshalb nicht einfach so kampflos aufgeben.

Reissl weiß Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) dabei an seiner Seite. Auch der OB zeigte sich gestern schwer enttäuscht davon, „dass ich von dem offenbar schon länger geplanten Deal aus den Medien und nicht direkt von den Beteiligten erfahren habe“. So etwas habe er in dieser Form auch noch nicht erlebt.

Die Pläne für den Franziskaner waren erst Ende vergangener Woche stückweise durchgesickert. Die Milliardärsfamilie August von Finck, der das historische Gebäude an der Ecke Perusa- und Residenzstraße gehört, hat demnach beschlossen, den Franziskaner mit einer Shopping-Mall zu ersetzen. Wirt Edi Reinbold soll als Gegenleistung für eine vorzeitige Auflösung seines Pachtvertrags die Gelegenheit bekommen haben, den Löwenbräukeller am Stiglmaierplatz günstig zu erwerben.

Die Familie von Finck verspricht sich von dem Abkommen anscheinend eine höhere Rendite. Im Rathaus hat man dafür kein Verständnis. „Wenn sich alle nur noch von Profitdenken leiten lassen“, kritisiert SPD-Chef Reissl, „verkommt die Altstadt zu einem öden, unbelebten und langweiligen Ort.“

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