Die kleinen Anfänge des CSD in den 80er und 90er Jahren

Als Schwulsein noch verboten war und die Aids-Krise auf ihrem Höhepunkt, gingen schon queere Menschen auf die Straße. Die AZ blickt zurück in die 80er und 90er Jahre.
| Jasmin Menrad
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1990 ist die Innenstadt voll mit bunten Luftballons und einigen Hundert Protestlern, die vor allem die Aids-Krise umtreibt.
Horst Middelhoff 6 1990 ist die Innenstadt voll mit bunten Luftballons und einigen Hundert Protestlern, die vor allem die Aids-Krise umtreibt.
"2 Milliarden Frauen können nicht irren" im Jahr 1980.
Guido Vael 6 "2 Milliarden Frauen können nicht irren" im Jahr 1980.
1980: Kuschelpelz und Wuschelhaare.
Guido Vael 6 1980: Kuschelpelz und Wuschelhaare.
1990 wird an die Aids-Toten erinnert.
Horst Middelhoff 6 1990 wird an die Aids-Toten erinnert.
Noch 1990: Paragraf 175 stellt homosexuelle Handlungen unter Strafe.
Horst Middelhoff 6 Noch 1990: Paragraf 175 stellt homosexuelle Handlungen unter Strafe.
Aufregende Outfits gab’s auch schon beim CSD 1990.
Horst Middelhoff 6 Aufregende Outfits gab’s auch schon beim CSD 1990.

München - Damals wie heute gilt "schwul, na und". Das war das Motto beim ersten Münchner CSD am 28. Juni 1980.

So egal war das aber nicht, ob jemand schwul ist. Denn bis zum Juni 1994 stellte der Paragraf 175 sexuelle Handlungen zwischen Männern unter Strafe. Trotzdem demonstrierten am 28. Juni 1980 150 homosexuelle Männer und 30 lesbische Frauen. Sie zogen vom Sendlinger Tor über den Viktualienmarkt und Odeonsplatz bis zum Geschwister-Scholl-Platz. Danach wurde am Chinesischen Turm gefeiert.

Das Forum Queeres Archiv München hat der AZ Fotos von Horst Middelhoff und aus dem Nachlass des Schwulenaktivisten Guido Vael, der heuer am 13. Januar verstorben ist, zur Verfügung gestellt.

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Am 14. Juli 1990 zogen schon einige Hundert Teilnehmer und Teilnehmerinnen durch die Innenstadt. Die Szene trauerte damals um die vielen Aids-Toten. 1987 hatte Peter Gauweiler (CSU) Zwangstests gefordert, um Erkrankte kenntlich zu machen, will sie im Zweifel sogar "wegsperren". Es setzt sich Gesundheitsministerin Rita Süßmuth (CDU) mit ihrem Aufklärungskonzept durch.

Doch noch heute kämpfen HIV-Infizierte gegen Vorurteile und die Stigmatisierung, die mit der Krankheit einhergeht. Auch ob jemand schwul, lesbisch, bi ist, wie die Person ihre Geschlechtsidentität wahrnimmt, ist heute immer noch nicht egal. "Jeder aus unserer Community kann von Beleidigungen und Übergriffen erzählen", sagt CSD-Sprecherin Julia Bomsdorf. Deshalb gehen am 11. Juli wieder queere Menschen auf die Straße – allerdings in Kleinstgruppen wegen Corona. Für alle Interessierten gibt es auf csdmuenchen.de ab 12 Uhr einen Livestream mit Diskussionen, Botschaften und Musik.

Lesen Sie auch: Analog und digital - So wird der CSD in München

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