Derzbachhof: Baustopp am Bauernhof?

Wohl keine historische Holzverzapfung: Bürgerinitiative aus Forstenried schäumt.
| Eva von Steinburg
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So soll der sanierte Hof mit den Ergänzungsbauten für Wohnungen aussehen.
So soll der sanierte Hof mit den Ergänzungsbauten für Wohnungen aussehen. © ©Darcstudio for Euroboden

München - Münchens OB Dieter Reiter (SPD) haben sie angeschrieben, die Regierung von Oberbayern, das Landesamt für Denkmalpflege und die Untere Denkmalschutzbehörde.

Die Bürgerinitiative ist empört

Trotz über 2.000 Unterschriften hat die Bürgerinitiative Dorfensemble Forstenried nicht erreicht, dass die Stadt den historischen Derzbachhof aus der Zeit Mozarts in ein Museum mit Platz für Vereine umwandelt.

"Wir lokalen Denkmalschützer mussten schlucken, dass in den Bauerngarten ein Neubau gepflanzt wird. Der Stadl wird entkernt, dort kommen Wohnungen mit Betonmauern rein", empört sich Claudia Kaiser (64) von der Bürgerinitiative.

Ein Bauernhof aus der Zeit Mozarts: Der Derzbachhof an der Forstenrieder Allee ist 270 Jahre alt.
Ein Bauernhof aus der Zeit Mozarts: Der Derzbachhof an der Forstenrieder Allee ist 270 Jahre alt. © Privat

Geht es nicht denkmalgerecht zu?

Das Derzbachhof-Haupthaus an der Forstenrieder Allee 179 saniert Investor Euroboden. "Dabei geht es nicht denkmalgerecht zu", lautet der aktuelle Vorwurf von Claudia Kaiser.

"Statt mit Holznägeln wird mit Schrauben vom Baumarkt gearbeitet. Die originale Schwalbenschwanzverzapfung von Holzbalken wird nicht wiederhergestellt", so die Kritik.

"So einen Pfusch am Denkmal hat er noch nicht gesehen"

Fotos dazu und Aussagen von Lukas Anzeneder von der in Sachen Sanierung von historischen Bauernhäusern erfahrenen Firma Holzbau Schiessl sollen das Bauprojekt stoppen.

"So einen Pfusch am Denkmal hat er noch nicht gesehen, sagt mein Fachmann", meint Claudia Kaiser. "Wer hat das genehmigt? Ich fordere einen Baustopp", schreibt die Lokalpolitikerin, die Mitglied der München-Liste ist.

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Ein Bad in der historischen Kornkammer

Am Montag hat die Initiative erneut an den OB, an den Generalkonservator, die Stadt und die Regierung von Oberbayern gemailt, mit der Aufforderung zu retten, was zu retten ist.

"In die historische Kornkammer darf nämlich ein Bad hineingebaut werden. Das ist ein Skandal", beklagt Kaiser. Der Bauherr Euroboden mache zwar nichts ohne Genehmigung, "aber die Stadt genehmigt alles", so die Fürstenriederin.

Euroboden weist jede Kritik von sich

Auf Nachfrage wies Euroboden gestern die Kritik an jeglichem nicht-denkmalgerechten Vorgehen klar von sich: "Jeder Schritt ist mit den Sachverständigen vom Landesamt für Denkmalpflege abgestimmt. Wir haben vor Ort ein gutes Team. Keiner macht etwas, das für das Denkmal schädlich ist."

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Eine Petition der Baugegner war 2019 gescheitert. Claudia Kaiser kämpft seitdem gegen Windmühlen: "Die Stadt schützt die Investoren. Es wird überall abgerissen. Ich liebe München, erkenne aber meine Stadt nicht mehr. Die Entwicklung ist maßlos - wie am Derzbachhof mit dem massiven Neubau im historischen Bauerngarten."

Am Freitag, 28. Mai, 17.51 Uhr, hält sie wieder ihre Mahnwache vor dem 1751 erbauten Hof ab.

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