Der neue Münchner im Michelin-Himmel – eine kleine Gourmet-Sensation

Die Sensation ist perfekt. Aus dem Stand in nur weniger als einem Jahr hat es der neue Küchenchef Jens Madsen geschafft, dem neu entstandenen Restaurant "The Cloud by Käfer" in der BMW-Welt gleich zwei Sterne zu bescheren.
Der 32-jährige Madsen war am Dienstagabend einer der großen Sieger auf der Gourmetbühne (AZ berichtete in der Spätausgabe). Im Gesellschaftshaus Palmengarten in Frankfurt wurden die neuen Bewertungen der berühmten Feinschmeckerbibel Guide Michelin für Deutschland 2026 bekanntgegeben. Jens Madsen erhielt dabei nicht nur zwei begehrte Sterne, sondern für seine neue Wirkungsstätte, das Cloud, zusätzlich auch noch die Auszeichnung für die "Neueröffnung des Jahres". Nicht verwunderlich, dass es Freudentränen gab.

Vier weitere zwei Sterne-Lokale
Mit zwei Sternen wurden auch vier weitere Münchner Feinschmecker-Oasen ausgezeichnet, die ihre Bewertung vom Vorjahr erfolgreich bestätigen konnten: Alois im Delikatessenhaus Dallmayr mit Küchenchefin Rosina Ostler, Atelier im Hotel Bayerischer Hof mit Kevin Romes (der es als neuer Küchenchef binnen nur weniger Monate geschafft hat, die stolze Zwei-Sterne-Bewertung seines Vorgängers zu bestätigen), das Restaurant Komu von Patron und Küchenchef Christoph Kunz sowie das legendäre Tantris mit Benjamin Chmura am Gourmet-Herd.

Mit dem The Cloud hat München somit jetzt fünf Zwei-Sterne-Lokale. Ihren Michelin-Sterneglanz bestätigen konnten acht Münchner Restaurants, die jetzt wieder mit einem Stern gekürt wurden: Restaurant 1804 Hirschau mit Küchenchef Lukas Adebahr, Brothers (Küchenchef Daniel Bodamer), Gabelspiel (Florian Berger), Les Deux (Nathalie Leblond), Mountain Hub Gourmet (Marcel Tauschek), Sparkling Bistro (Jürgen Wolfsgruber), Tantris DNA (Benjamin Chmura) sowie der Werneckhof von Sigi Schelling.
Küchenchefinnen sind selten - in München gibt es immerhin drei
Küchenchefinnen sind in der Spitzengastronomie inzwischen glücklicherweise zumindest nicht mehr etwas geradezu Ungewöhnliches. Dünn gesät sind Frauen am Gourmet-Herd aber immer noch. Das zeigte sich auch bei der Guide-Michelin-Zeremonie in Frankfurt deutlich. Beim feierlichen Finale standen lediglich zwei Frauen auf der Bühne, umgeben von einer großen Männerschar. Dass München drei Küchenchefinnen mit Sternenglanz hat, ist im Vergleich zu anderen Städten tatsächlich nicht nur als positive, sondern sogar als hohe Zahl zu bewerten.

So sensationell die Bewertungen für München heuer insgesamt ausgefallen sind: Einen kleinen Wermutstropfen gibt es. Letztes Jahr hatte die Stadt noch ein weiteres, ein neuntes Restaurant mit einem Stern, der diesmal gestrichen wurde. Das mit nur rund 30 Plätzen ausgestattete Restaurant Showroom (einstmals Schweiger²) von Patron und Küchenchef Dominik Käppeler in der Au ist im neuen Guide Michelin nicht mehr als Sternelokal geführt, hat also seinen Stern verloren.
Trübe Stimmung in Bogenhausen
Getrübte Stimmung herrscht auch im Acquarello von Mario Gamba in Bogenhausen. Das italienische Lokal hatte seinen langjährigen Stern im letzten Jahr verloren und heuer auf eine Wiederaufnahme in den Kreis der Restaurants mit einem Stern gehofft – vergeblich.
Anzumerken bleibt, dass die stets inkognito auftretenden Restauranttester des Guide Michelin, die offiziell Inspektoren heißen, mit der Vergabe oder auch Aberkennung von Sternen meist in nicht geringem Maße auch über Wohl und Wehe von Spitzenrestaurants entscheiden. Viel Sternenglanz sorgt in der Regel auch für brillante Gästezahlen und ebensolche Umsätze.
Für alle, die auch Gourmet-Tipps über München hinaus haben wollen: Der Guide Michelin Deutschland 2026 ist ab 27. Juni offiziell im Buchhandel und Co. erhältlich.