Der Leuchtturm in der Bayernkaserne

Informationen und Hilfe für Neuankömmlinge gibt’s in der Bayernkaserne ab sofort am gelb-weiß-gestreiften Willkommens-Center.
| Natalie Kettinger
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Unterstützer der „Lichterkette“: Uschi Glas und Ehemann Dieter Hermann.
Petra Schramek 2 Unterstützer der „Lichterkette“: Uschi Glas und Ehemann Dieter Hermann.
„Zeichen der Willkommenskultur“: das neue „Lighthouse Center“.
Petra Schramek 2 „Zeichen der Willkommenskultur“: das neue „Lighthouse Center“.

Informationen und Hilfe für Neuankömmlinge gibt’s ab sofort am gelb-weiß-gestreiften Willkommens-Center.

München - In Zukunft sollen sich Flüchtlinge, die neu in der Bayernkaserne ankommen, schneller zurechtfinden, besser über Hilfsangebote informiert – und vor allem mit einem Lächeln begrüßt werden. Denn im neuen „Lighthouse Welcome Center“, einer gelb-weiß-gestreiften Blockhütte an der Heidemannstraße 60, stehen ab sofort rund 170 Freiwillige im Wechsel bereit, um den Neuankömmlingen zu helfen.

Gleichzeitig soll das gemütliche Holzhaus Anlaufstelle für Anwohner sein, die sich über die Erstaufnahmeeinrichtung und das deutsche Asylrecht informieren oder sich ehrenamtlich engagieren möchten.

Angestoßen haben das Projekt die Mitglieder des Vereins Lichterkette. Realisiert wurde es gemeinsam mit der Inneren Mission München und Ingvild Goetz Philantrophy. Das Center solle „Zeichen einer ernst gemeinten Willkommenskultur sein“, sagte Myriam Brock vom Verein Lichterkette bei der Eröffnung am Mittwochmittag.

Für ihn gebe es keinen besseren Zeitpunkt für die Einweihung der Anlaufstelle, als den Advent, fügte Günther Bauer, Vorstand der Inneren Mission, hinzu: „Sowohl für das Judentum, als auch das Christentum und den Islam stehen Fluchtgeschichten im Zentrum ihrer Identität.“ Flucht und Vertreibung seien Teile der Menschheitsgeschichte. Hilfe für Flüchtlinge sei zentraler Bestandteil der jüdisch-christlichen Ethik und spiele auch im Islam eine wichtige Rolle: „Flüchtlinge zeigen uns deutlich, wie fragil unsere menschliche Existenz ist.“

Weil unsere Gesellschaft Zuwanderung „angesichts des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels“ gut gebrauchen könne, müsse die Frage erlaubt sein, ob wirklich alle Flüchtlinge ein Asylverfahren durchlaufen müssen, so Günther Bauer weiter – „oder ob ein Kontingent wie im Fall der Syrien-Flüchtlinge oder eine Greencard gerade für Jugendliche nicht besser wäre, als der gefährliche Weg übers Meer.“

Während es überall auf der Welt gäre, herrsche bei uns seit fast 70 Jahren Frieden. „Das ist ein Segen, ein Privileg und eine Verpflichtung zugleich“, sagte Elisabeth Ramzews, Leiterin des Sozialdienstes der Inneren Mission, der sich um die Menschen in der Bayernkaserne kümmert. Momentan sind dort rund 700 Asylbewerber untergebracht, etwa 2000 leben in Dependancen der Erstaufnahmeeinrichtung in und um München.

Auch Innenminister Joachim Herrmann (CSU) war zur Leuchtturm-Feier angereist. Er lobte das „hervorragende Engagement“ der Initiatoren, sagte aber auch: „Es ist schön, wenn wir die Menschen hier willkommen heißen, aber unmöglich, dass alle in München bleiben.“ Um die Ballungsräume zu entlasten, müssten sich Städte und Kreise stärker bei der Unterbringung einbringen.

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