Der Herr der Wiesnzelte baut jetzt Zäune für Biergärten

Toni Pletschacher ist bekannt als Zeltkönig. Doch ohne Wiesn hat er nun ein neues Geschäftsmodell entdeckt: Holzzäune für Biergärten – wie am Viktualienmarkt, wo es eben noch wie im Zoo aussah.
| Kimberly Hagen
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Toni Pletschacher.
privat Toni Pletschacher.

München - "Bitte nicht füttern"-Schilder haben noch gefehlt, ansonsten hatte dieser graue Zaun aus Metallgittern rund um den sonst sehr hübschen Biergarten am Viktualienmarkt schon etwas von Käfighaltung. Zoo-Garten wurde der Biergarten von Dieter und Werner Hochreiter seit vergangenem Montag genannt, als die Freischankflächen öffnen durften und zugleich aber auf Abstandsregeln geachtet werden musste. Damit der Publikumsverkehr vom Viktualienmarkt nicht ständig zwischen den großzügig verteilten Biergartentischen und vor allem den Gästen hindurchwuselt, musste ein Zaun her. An Anti-Gemütlichkeit war dieser freilich nur schwer zu überbieten.

Pletschachers Zaun am Viktualienmarkt könnte permanent werden 

Aber die Hochreiter-Brüder haben in der Krise auch eine Chance gesehen – und einen Mann beauftragt, der sich mit kollektivem Wohlgefühl und angenehmer Bierseligkeit auskennt: Anton "Toni" Pletschacher ist bekannt als Zeltkönig von der Wiesn. Ob Löwenbräu, Schottenhamel, Paulaner Festzelt, Hacker, Weinzelt oder Kalbsbraterei – fast alle Zelte, die großen und kleinen (auch auf der Oidn Wiesn), gehören Toni Pletschacher und seiner Familie aus Dasing. Nicht etwa den jeweiligen Wirten, wie viele glauben. Die meisten Gastronomen leasen die Zelte von den Pletschacher-Brüdern Toni, Ulli und Peter, die auch für Auf- und Abbau, Transport und Lagerung zuständig sind. Neben den Schunkel-Hochburgen baut Toni Pletschacher auch Supermärkte, Almen und Hotels – und neuerdings eben Zäune.

Toni Pletschacher.
Toni Pletschacher. © privat

Da die Wiesn und alle anderen Volksfeste wegen der Corona-Krise ausfallen, hat der umtriebige, aber öffentlichkeitsscheue Toni umgesattelt: vom Zelt- zum Zaunkönig. Mitte letzter Woche hat er den neuen Holzzaun um den Biergarten am Viktualienmarkt in Windeseile aufgebaut. Klar, wer es schafft, das Oktoberfest in zehn Wochen zu erschaffen, für den macht sich so ein Zaun mit einem Wimpernschlag. Nach AZ-Informationen sollen die Wirte Hochreiter vom neuen Holzzaun so begeistert sein, dass sie ihn auch nach Corona stehenlassen wollen, weil er auf gemütliche Weise ungebetene Gäste fernhält.

Weitere Zäune von Toni Pletschacher dürften folgen. Genug Material hat er jedenfalls.

Lesen Sie hier: Seen in und um München - wo hat was geöffnet?

Die Gastro sperrt auf: München setzt sich raus

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