Denkmalschutz für Tierklinik am Englischen Garten: Keine Chance

Der Vize-Chefredakteur Thomas Müller über den Frevel am Englischen Garten.
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Die Tierklinik wird abgerissen, Denkmalschützer sind empört.
Daniel von Loeper Die Tierklinik wird abgerissen, Denkmalschützer sind empört.

München - Schon denkwürdig, was da seit Jahren am Englischen Garten passiert: Ein historischer und stadtbildprägender Gebäudekomplex wird einfach plattgemacht. Schon praktisch, wenn Bauherr (Freistaat) und Denkmalschutzbehörde (Freistaat) in Personalunion sich so wunderbar einig sind.

Fragwürdig bleibt die Rolle des Landesamtes für Denkmalschutz, das der Tierklinik – trotz harscher Kritik aus der Fachwelt und einhelligen Protests auf einer Bürgerversammlung – partout keine Schutzwürdigkeit zuerkennen wollte. Wo doch gerade dieser sehr spezifische Mix aus Erhaltenem und nach dem Krieg Ergänztem und Überformtem einen großen Teil der baulichen Identität dieser Stadt ausmacht. Und das erhaltene Jugendstiltreppenhaus im Mittelbau? Was soll’s. . .

Bedenklich bleibt auch die Rolle von Ex-Kunstminister Ludwig Spaenle, der in der ihm eigenen Mischung aus Wurschtigkeit und Gutsherrenart alle Bedenken vom Tisch fegte. Um dann, als die Proteste nicht mehr zu überhören waren, gönnerhaft wenigstens den Erhalt des Bibliotheksbaus aus den 50er Jahren verfügte. Nein, die Tierklinik – als eines der straßenbildprägenden Beispiele der Wiederaufbau-Architektur in München – hatte von Anfang an keine Chance. Leider.

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