Demo gegen Polizeigewalt: Linke Szene geht nach Schuss auf 14-Jährigen auf die Straße
Etwa 100 Menschen aus der linken und kommunistischen Szene haben am Samstagabend in Schwabing gegen Polizeigewalt demonstriert. Sie skandierten "Deutsche Polizisten, Mörder und Rassisten." Am Hohenzollernplatz fand eine Kundgebung statt, danach gingen die Demonstranten zur Belgradstraße, wo am Dienstagabend ein Schüler von einem Polizisten niedergeschossen worden war.
Laut Polizei hatte der 14-Jährige mit einer täuschend echt aussehenden Softair-Waffe herumhantiert und Bewegungen gemacht, als ob er durchlade. Danach habe er sich mit der Waffe in der Hand zu den Beamten umgedreht.
Der Jugendliche wurde in den Oberkörper getroffen, er liegt im Krankenhaus. Die Mutter des Buben sagte „München.tv“, ihr Sohn habe ihr erzählt, dass er gerufen habe: "Es ist ein Spielzeug, bitte nicht schießen!"
Demo nach Polizeischuss auf 14-Jährigen
Während der Demo am Samstagabend unterstellten Teilnehmer der Polizei, es sei aus rassistischen Gründen auf den Schüler geschossen worden. Einige brüllten: "Rassistisch motivierte Polizeigewalt stoppen!" Nach Angaben der Polizei begleiteten 50 Einsatzkräfte den Protestzug.
Anwohnerinnen und Anwohner und Schanigarten-Gäste reagieren empört über den Auftritt der Demonstrierenden. Auf einem Video ist zu sehen, wie Menschen aus ihren Fenstern "Ruhe" nach unten rufen.
Anwohner empört über Rufe der Demonstrierenden
Stefan T. (62) saß gerade mit seiner Frau Ulrike vor einem Restaurant, als die Demonstranten vorbeizogen. "Polizisten pauschal als Mörder zu betiteln, das ist unfair, unverhältnismäßig und provokant. Und es ist ja noch nicht mal eine Aufklärung da, was genau passiert ist", sagte der Mann.

Eine Anwohnerin zur AZ: "Ich finde das unsäglich, was die hier machen. Ich bin froh, dass wir unsere Polizei haben."
Die Stadtratsfraktionen Die Grünen/Rosa Liste und SPD fordern indessen, die Stadt sollte sich beim Bund, dem Freistaat und beim Deutschen Städtetag für eine Verschärfung der gesetzlichen Regelungen einsetzen. "Spielzeug-, Softair- und vergleichbare Waffen sollen nicht mehr verkauft werden dürfen, wenn sie aufgrund von Größe, Form und Gestaltung nicht unmittelbar von echten Schusswaffen zu unterscheiden sind."

