Debatte um Bogenhauser Kirche: Fall für den Vatikan?

Die Debatte um den antisemitischen Namenspatron einer Kirche in Bogenhausen könnte nun zur Chef-Sache werden, wenn es nach dem Antisemitismusbeauftragten Spaenle geht.
| AZ/dpa
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Ludwig Spaenle (CSU), Antisemitismus-Beauftragter der bayerischen Staatsregierung. Foto: Sven Hoppe/Archiv
dpa Ludwig Spaenle (CSU), Antisemitismus-Beauftragter der bayerischen Staatsregierung. Foto: Sven Hoppe/Archiv

München - In die Diskussion um einen antisemitischen Kirchenpatron in München schaltet sich nun der Antisemitismusbeauftragte der bayerischen Staatsregierung ein. Ludwig Spaenle (CSU) schlägt vor, im Vatikan auf eine Sonderregelung zur Umbenennung der Münchner Pfarrkirche Johann von Capistran zu drängen. "In einer Zeit, in der der Antisemitismus massiv zunimmt, müssen wir die Sorgen der jüdischen Gemeinden ernstnehmen", sagte Spaenle am Mittwoch laut Mitteilung.

Ludwig Spaenle (CSU), Antisemitismus-Beauftragter der bayerischen Staatsregierung. Foto: Sven Hoppe/Archiv
Ludwig Spaenle (CSU), Antisemitismus-Beauftragter der bayerischen Staatsregierung. Foto: Sven Hoppe/Archiv © dpa

Johannes Capistranus, nach dem die 1960 eingeweihte Kirche im Münchner Stadtteil Bogenhausen benannt ist, war im 15. Jahrhundert als Inquisitor und Initiator von Pogromen maßgeblich an der Verfolgung von Juden beteiligt.

Charlotte Knobloch für Umbenennung

Die Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, wünscht sich darum die Umbenennung der Kirche im Stadtteil Bogenhausen. "Dass ein Judenhasser als Namensgeber für eine Kirche mitten in München herhalten darf und vor dieser noch mit einem eigenen Denkmal geehrt wird, ist völlig unverständlich", sagte sie der "Bild"-Zeitung (Dienstag).

Nach Angaben des Erzbistums München und Freising ist eine Umbenennung der Kirche aus kirchenrechtlichen Gründen nicht möglich. Die Grundlage dafür: Kanon 1218, der besagt, dass der Name einer Kirche "nach vollzogener Weihe nicht verändert werden kann".

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