Dauerfahrer, Mega-Bestellung und Zwei-Stunden-Trip: Interessante Daten über Wiesn-Besucher

7,4 Millionen Besucher zählte die Wiesn heuer – neuer Rekord. Die meisten von ihnen kamen mit dem ÖPNV zur Theresienwiese – immerhin wurden die Einschränkungen der U-Bahn-Linien U3 und U6 während der Wiesn ausgesetzt. Nun wird dort wieder gebaut.
Andere Besucherinnen und Besucher griffen bei der An- und Abfahrt zur und von der Theresienwiese auf andere Möglichkeiten zurück, darunter auch Fahrdienstvermittler wie Uber oder Freenow by Lyft. Die haben nun Fahrtdaten für den gesamten Zeitraum des Oktoberfestes ausgewertet und sind dabei auf einige interessante Fakten gestoßen.
Wiesn-Wahnsinn auf vier Rädern: So viele Fahrten gab es zum Oktoberfest
An den 16 Wiesn-Tagen gab es fast viermal so viele Fahrten von und zur Wiesn wie an einem normalen Tag in den Wochen davor. Das ist nun nicht weiter verwunderlich, interessant ist jedoch, dass die Lyft-Fahrgäste dabei eine Gesamtstrecke zurücklegten, die mehr als viereinhalbmal um die Erde reichen würde.
Am häufigsten wurde freitags auf den Fahrdienstvermittler zurückgegriffen. Überraschend: An den Donnerstagen waren es im Schnitt mehr Fahrgäste als an den Samstagen, die meistgefragte Stunde des gesamten Oktoberfests war ein Donnerstag um 15 Uhr. Der stärkste Wochentag insgesamt war der Freitag. Ruhig dagegen war es an den Montagen, hier zeigt die Auswertung 14 Prozent weniger Fahrten als im Wochendurchschnitt an.
Nach der Wiesn ging’s zum P1
Wer ohne eine Reservierung einen Platz in einem Festzelt haben wollte, der musste früh dran sein. Dies zeigte sich auch bei der Datenanalyse. Etwa jede fünfte Fahrt bei Lyft fand zwischen 6 und 10 Uhr morgens statt. Die Zeit von 8 bis 9 Uhr am Eröffnungssamstag gehörte zu den zehn am stärksten genutzten Stunden der gesamten Wiesn. Rund jede siebte Buchung fand an den Nachmittagen zwischen 14 und 16 Uhr statt.
Uber war vor allem gefragt, nachdem die Wiesn-Zelte geschlossen hatten. Über die ersten neun Wiesn-Tage hinweg wurden die meisten Uber-Fahrten um 23 Uhr angefragt. Besonders hoch war die Nachfrage bei Uber am zweiten Wiesn-Samstag.
Anzahl der Fahrten mit großen XL-Fahrzeugen etwa verfünffacht
Am Schlusswochenende, mit dem Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober, wurde der Fahrservice von Lyft stärker genutzt als am Startwochenende. Am häufigsten waren die Lyft-Nutzer am letzten Wiesn-Sonntag unterwegs. Wer nach dem Ende der Wiesn noch nicht zurück ins Hotel wollte, der steuerte mit Lyft oder Uber am häufigsten das P1 an. Danach folgt die Fahrt zum Flughafen oder eine weitere Party-Location, der Club Rote Sonne am Maximiliansplatz.
Am meisten Spaß macht der Wiesn-Besuch mit einer Gruppe von Freunden oder Arbeitskollegen. Das zeigte sich auch bei der Wahl der Fahrzeuge. Während der Wiesn hat sich die Anzahl der Fahrten mit großen XL-Fahrzeugen etwa verfünffacht, der Anteil von Großraumtaxis an allen Fahrten hat sich fast verdoppelt.

Äußerst spendabel: Ein Fahrgast gab 40 Euro Trinkgeld
Die gute Wiesn-Stimmung machte sich auch beim Trinkgeld für die Lyft-Fahrer bemerkbar. Bei fast der Hälfte aller Fahrten bedankten sich die Fahrgäste mit einem kleinen Obolus, im Schnitt drei Euro. Ein Passagier zeigte sich sogar besonders spendabel und gab 40 Euro Trinkgeld. Insgesamt wurde mehr als dreimal so viel Trinkgeld gegeben wie in den Wochen vor der Wiesn.
Apropos Geld: Bargeld spielt bei den Fahrdienstvermittlern kaum noch eine Rolle. Wie die Lyft-Analyse zeigt, zahlten die Passagiere bei mehr als neun von zehn Fahrten per Smartphone, die beliebtesten Apps waren dabei Apple Pay und PayPal.
Und weil wir gerade bei Smartphones sind: Etwa jeder elfte Fahrgast war mit einer ausländischen Handynummer unterwegs. Die meisten internationalen Gäste kamen aus Großbritannien, Italien, Österreich, Irland und Spanien. Die meisten Fahrten pro Kopf wurden von Wiesn-Besuchern aus der Alpenrepublik gebucht.

Nach Österreich führte auch die längste Einzelfahrt. Ein Uber-Nutzer ließ sich nach dem Wiesn-Besuch rund 168 Kilometer bis nach Hof bei Salzburg am Fuschlsee chauffieren. Die Fahrt dauerte knapp zwei Stunden.
Wer von der Theresienwiese aus abgeholt werden wollte, wählte in den allermeisten Fällen den Südeingang an der Oidn Wiesn als Treffpunkt aus. "Die Wiesn ist für unsere Fahrer:innen jedes Jahr die intensivste Zeit, und die Daten zeigen schön, wie unterschiedlich München feiert", sagt Amber Krake, Head of Operations bei Freenow by Lyft.
Ein einzelner Lyft-Fahrer absolvierte 153 Fahrten von und zum Festgelände
Wie intensiv die Wiesn-Zeit war, zeigt sich an den Daten eines Lyft-Fahrers, der während des Oktoberfests besonders aktiv war. In den 16 Tagen der Wiesn absolvierte er alleine 153 Fahrten von und zum Festgelände. Dafür saß er insgesamt 36 Stunden hinterm Steuer seines Fahrzeugs. Und es gab auch einen Fahrgast, der ganz besondere Treue zeigte. Insgesamt ließ er sich 31 Mal mit Lyft zur Theresienwiese oder von dort nach Hause chauffieren.
Auch Uber Eats, konnte sich über einen besonderen Stammkunden freuen. An den ersten neun Tagen der Wiesn gab er alleine 30 Bestellungen auf, also im Schnitt mehr als drei am Tag. Die größte Einzelbestellung eines anderen Kunden hatte übrigens einen Warenwert von 522 Euro.
Für die Analyse hat Freenow by Lyft anonymisierte Fahrten ausgewertet, die während des Oktoberfestes im Bereich der Theresienwiese begonnen oder geendet haben. Als Vergleich dienten die 23 Tage davor (20. August bis 11. September 2026). Personenbezogene Daten wurden nicht ausgewertet.