"Das kann nicht wahr sein": Tollwood-Wirtin richtet Appell an Besucher

Neues Amphitheater, WM-Übertragungen und zusätzliche Schattenplätze: Zum Start des Tollwood-Sommerfestivals gibt es für Besucher einige Neuerungen. Die AZ hat sich einen Tag vor der Eröffnung auf dem Gelände umgesehen – und eine Wirtin findet mahnende Worte.
von  Niclas Vaccalluzzo
Wem die vielen neuen Schattenplätze auf dem diesjährigen Sommer-Tollwood nicht ausreichen, der wird vielleicht bei Dominika Lassak fündig. Sie verkauft seit zehn Jahren Hüte auf dem Festival, unweit der Musik-Arena.
Wem die vielen neuen Schattenplätze auf dem diesjährigen Sommer-Tollwood nicht ausreichen, der wird vielleicht bei Dominika Lassak fündig. Sie verkauft seit zehn Jahren Hüte auf dem Festival, unweit der Musik-Arena. © Daniel von Loeper

Die Temperaturen sind hoch, die Tage lang, der Sommer ist da – und pünktlich startet an diesem Freitag das Tollwood-Sommerfestival im Olympiapark.Wer in den kommenden Tagen über das Gelände läuft, könnte dabei dem „Sondereinsatzkommando Wasser“ begegnen. Mit Wassersprühlanzen sorgen die Helfer bei großer Hitze für Abkühlung. Die Hitzeschutz-Maßnahme ist längst nicht die einzige Neuerung auf dem Festival.

Noch werden an vielen Standln Regale eingeräumt, letzte Handgriffe erledigt und Schilder aufgehängt. Beim Rundgang einen Tag vor Eröffnung wird aber schon deutlich: Das Tollwood ist auf die heißen Sommertage vorbereitet. Die Veranstalter haben heuer besonderen Wert auf schattige Aufenthaltsbereiche gelegt.

Axel Berner aus Köln verkauft Flammkuchen auf dem Tollwood-Sommerfestival.
Axel Berner aus Köln verkauft Flammkuchen auf dem Tollwood-Sommerfestival. © Daniel von Loeper

Viele Gastronomen haben ihre Sitzplätze mit zusätzlichen Sonnenschirmen oder Überdachungen ausgestattet. Vom sonnigen Wetter dürfte Dominika Lassak profitieren.

Am Stand „Terra Australia“ packt sie gerade die letzten Hüte aus. Bereits seit zehn Jahren verkauft sie die auf dem Tollwood. „Die Leute merken, es gibt wenig Schatten, und nehmen sich dann einen Hut mit“, sagt Lassak.

WM-Spiele werden auf dem Tollwood übertragen

Für zusätzlichen Schatten sorgt das Andechser Zelt. Im Biergarten stehen in diesem Jahr noch mehr große Sonnenschirme als bisher. Wie gewohnt spielen im Zelt regionale und internationale Bands. Außerdem werden draußen ausgewählte WM-Spiele auf einer Leinwand übertragen.

„Nachts um drei braucht man aber nicht kommen“, sagt Tollwood-Sprecherin Stefanie Kneer in Anspielung auf teils späte Anstoßzeiten. Gezeigt werden nur Partien, die bis spätestens um 1 Uhr beendet sind, erklärt Wirtin Niko Strnad.

"Leute mit Warsteiner-Dosen": Besucher bringen oft eigene Getränke mit

Ein Anliegen hat die Gastronomin noch: Immer häufiger würden Besucher eigene Getränke mit aufs Gelände bringen. Mit Andechser habe man gutes Bier im Angebot – „und dann sieht man dennoch bei uns Leute mit Warsteiner-Dosen. Das kann nicht wahr sein.“ Der Getränkeverkauf sei schließlich eine wichtige Grundlage dafür, dass das Musikprogramm kostenlos bleibt. Wer bei Hitze dringend seinen Durst stillen muss, kann sich an einem kostenlosen Trinkwasserspender nahe dem Andechser Zelt bedienen.

Andechser-Zelt-Wirtin Niko Strnad appelliert an die Besucher, keine eigenen Getränke mit in den Biergarten zu bringen.
Andechser-Zelt-Wirtin Niko Strnad appelliert an die Besucher, keine eigenen Getränke mit in den Biergarten zu bringen. © Daniel von Loeper

In der Musik-Arena läuft derweil noch der Aufbau der aufwendigen Technik. Dort bleibt vieles beim Bewährten: In den kommenden Wochen stehen nationale und internationale Künstler auf der Bühne. Komplett neu gestaltet wurde dagegen das Amphitheater. Es zählt zu den ersten Projekten des neuen künstlerischen Leiters Bastian Kabuth.

„Die Idee war, dass man dem Ort mehr Leichtigkeit gibt“, erklärt er. Die neuen Tribünen rücken die Artistik-Shows stärker in den Mittelpunkt, Sonnensegel sorgen auch hier für angenehmen Schatten.

Bastian Kabuth ist künstlerischer Leiter des Tollwood-Festivals. Das Amphitheater wurde heuer völlig neu gestaltet.
Bastian Kabuth ist künstlerischer Leiter des Tollwood-Festivals. Das Amphitheater wurde heuer völlig neu gestaltet. © Daniel von Loeper

Eröffnung am 19. Juni mit besonderer Aktion

Eröffnet wird das Festival am Freitag um 14 Uhr. Offiziell dann von „Little Amal“ ab 18 Uhr, die riesige Puppe eines syrischen Flüchtlingsmädchens zieht dann über das Gelände. Gemeinsam mit einem überdimensionalen anatomischen Herz bildet sie den Auftakt zum diesjährigen Festivalmotto: „Mit Gefühl statt nur dabei – die Rückeroberung der Empathie“.

Damit setzt das Tollwood auch in diesem Sommer wieder auf die bewährte Mischung aus Kultur, Genuss sowie viel Gefühl – und bietet wettertechnisch bestens vorbereitet die Voraussetzungen für entspannte Sommertage im Olympiapark.

19. Juni bis 19. Juli, Mo-Fr 14 bis 1 Uhr, Sa/So 11 bis 1 Uhr

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