CSU: Seppis Dank an die Wähler zu Weihnachten

Der OB-Kandidat der CSU buhlt um Stimmen für die Wahl am 16. März. Die Münchner seien den „Filz“ im Rathaus leid.  
| Willi Bock
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Danke sagt Josef Schmid den Münchnern: Ein Jahr lang ist er mit dem VW-Bus fürs „Schmidsprechen“ durch die 25 Stadtteile getourt.
Danke sagt Josef Schmid den Münchnern: Ein Jahr lang ist er mit dem VW-Bus fürs „Schmidsprechen“ durch die 25 Stadtteile getourt.

Der OB-Kandidat der CSU buhlt um Stimmen für die Wahl am 16. März. Die Münchner seien den „Filz“ im Rathaus leid.
München
- Seppi ist echt eine Marke: Seit einem Jahr reist er stoisch mit seinem altertümlichen „Schmidsprechen“-VW-Bulli durch München. Weiß-blau, ohne Heizung, ohne Schallschutz. Er schüttelt zahllose Hände und hört geduldig zu. Die Klagen der Münchner schickt er danach wie Wut-Blitze ins Rathaus. Und jetzt: Erbietet er nach der einjährigen Tour durch die 25 Stadtteile den Münchnern zu Weihnachten mit einer Plakatserie schlicht seinen Dank.

„Ich habe viel gelernt. Danke.“ Mehr steht nicht drauf. Nicht mal „CSU“ prangt auf den 4000 Exemplaren der fünfteiligen Plakatserie, die gestern präsentiert wurde. Das kann er sich trauen – denn Josef Schmid ist als OB-Kandidat der Münchner CSU schon eine Marke geworden. Seine Botschaft: Ich bin offen für alle Wähler. „Wir waren auf der Schmid-Sprechen-Tour im Dialog mit allen“, berichtet der OB-Kandidat. Derweil zeigt sein Münchner Parteichef Ludwig Spaenle verschmitzt lächelnd auf seine Krawatte: Die ist schwarz-grün. Dabei spricht er eine „herzliche Einladung“ an alle aus, die mit der Münchner CSU „neue politische Optionen“ probieren wollen.

Schmid probiert schon mal neue Plakate aus, wie sie früher in der CSU verpönt waren: „Ich wollte nicht schon wieder Schneerieseln über dem Weihnachtsmarkt und ein festlich beleuchtetes Rathaus zeigen.“ Mit „m&m“ aus Augsburg hat er eine Profi-Agentur engagiert, die nicht auf ein „Des hamma scho immer so g’macht“ setzt. Auf den Bildern sind Menschen abgebildet, die er an seinem Stand kennengelernt hat: Ganz normale Rentner, aber auch die Schauspielerin Monika Baumgartner (mit der er für eine Reform der Buslinie 50 in Moosach kämpfte). Oder die hübsche junge Frau mit Migrationshintergrund – das hätte die CSU vor Schmid nicht gemacht.

Die Vorbereitungen für Schmids Wahlkampf sind abgeschlossen. Seit sieben Jahren führt er die CSU-Stadtratsfraktion, im Jahr 2008 hat er schon einmal als OB kandidiert – ein langer Testlauf, den er jetzt seinen Konkurrenten voraus hat. Damals hat er gegen Ude erwartungsgemäß haushoch verloren, selbst CSU-Stammpersonal hatte ihm die Stimme verweigert. Da war sein großstädtisches Auftreten vielen fremd.

Und was sagt er zum Zehn-Punkte-Programm seines SPD-Konkurrenten Dieter Reiter für dessen ersten 100 Tage? Da geben sich Schmid und Spaenle professionell locker: Das sei „die Bilanz des Versagens von 23 Jahren Rot-Grün und 20 Jahren Christian Ude“. Es sei eine „Das-hätte-alles-getan-werden-müssen“-Liste. Schmid sagt: „Die Münchner wollen den alten Filz nicht mehr und die vielen Verkrustungen.“

Im Januar will der Kandidat dann mit der Partei und den Münchnern das Wahlprogramm der CSU für die Stadtrats- und OB-Wahl am 16. März 2014 diskutieren. „Die vielen Anregungen aus dem Schmidsprechen werden darin eingearbeitet“, so Schmid. Im Internet sind alle Touren zum Nachlesen nach den 25 Stadtteilen geordnet.

Bei den Terminen ist seine hübsche Ehefrau Natalie fast immer dabei. Gestern auch. Da stand das Trio Seppi und Natalie Schmid und Ludwig Spaenle bei der Präsentation der neuen Plakate im Laimer Rex-Kino eng beisammen. Und der Minister verkündete selbstbewusst: „Wir sind bereit für die Übernahme der Verantwortung.“

 

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