CSU fordert WLAN für Senioren - gegen die Einsamkeit

Die CSU-Fraktion fordert, alle Zimmer in Senioreneinrichtungen mit WLAN auszurüsten, damit Kontakte gepflegt werden können.
| Myriam Siegert
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Weil Besuche gerade wenig möglich sind, sollen Senioren sich wenigstens digital mit ihren Lieben verbinden können.
Weil Besuche gerade wenig möglich sind, sollen Senioren sich wenigstens digital mit ihren Lieben verbinden können. © imago/Westend61

München - Einsamkeit unter Senioren - in Zeiten der Pandemie hat dieses Problem eine ganz neue Größenordnung erreicht. Schmerzvoll erinnern sich viele an das wochenlange Besuchsverbot in Alten- und Pflegeeinrichtungen im Frühjahr, und auch jetzt sind Besuche nur eingeschränkt möglich. Trotz aller Bemühungen des Personals, viele Menschen in den Einrichtungen vereinsamen, mit teils negativen Auswirkungen auf ihre Gesundheit und ihr Gemüt.

Forderung: Internet in Münchner Senioreneinrichtungen 

Die Stadtrats-CSU hat nun einen Antrag formuliert, der hier helfen soll - auch und gerade mit Blick auf den bevorstehenden Advent. Die Fraktion fordert, die Stadt solle in all ihren Senioren- und Pflegeeinrichtungen WLAN in den Zimmern der Bewohnerinnen und Bewohner bereitstellen - und das möglichst bis Weihnachten.

So könnten die Menschen wenigstens digital in Bild und Ton Kontakt zu Freunden und Familie halten. Zudem sollen auch Träger privater Einrichtungen "aufgefordert und animiert" werden, ebenfalls diesen Service anzubieten. Allein schon aus Gründen der Privatsphäre sei WLAN in Gemeinschaftsräumen einfach nicht ausreichend.

WLAN zu Weihnachten: Weniger technische Hürden

Stadtrat Leo Agerer sagte der AZ: "Auch in der Weihnachtszeit werden Familienbesuche wohl leider nicht wie gewohnt möglich sein. Wir sollten alles tun, um unseren älteren und kranken Mitbürgern diese Zeit so erträglich wie möglich zu machen. Videotelefonate mit den Kindern und Enkeln sind für viele Senioren ein wichtiger Bestandteil ihres Alltags geworden." Dass es nicht in jeder Einrichtung kostenloses und flächendeckendes WLAN gebe, erschwere die Kommunikation enorm, so Agerer. Er gibt auch zu bedenken: "Nicht jeder verfügt über ein Mobilfunkgerät mit genügend Datenvolumen. Gerade in der älteren Generation sollten technische Hürden nicht dazu führen, dass der soziale Kontakt abreißt."

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Damit die Privaten mitziehen, könnte die Stadt angesichts der Haushaltslage vielleicht eher mit Konzepten als Finanzmitteln unterstützen, so Agerer. Die Münchenstift arbeite bereits an einem solchen. Agerer hofft, das Projekt zu beschleunigen: "Für viele Senioren wäre es das schönste Geschenk überhaupt, ihre Enkel an Weihnachten wenigstens per Video zu sehen."

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