Coronavirus: Finden Konzerte in München statt wie geplant?

Die bayerische Staatsregierung untersagt Veranstaltungen mit über 1.000 Besuchern: Was bedeutet das für die Konzertlocations in München?
| AZ/min
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München - Zwei Stunden vor Beginn wurde am Samstag die Vinessio Weinmesse im Zenith von den Behörden abgesagt – "wirtschaftlich ist das der schlimmste Zeitpunkt", sagt Arantxa Dörrié, Geschäftsführerin des Zenith.

Bislang war jede Veranstaltungsabsage eine Einzelfallentscheidung. Das dürfte sich nun ändern: Nachdem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bereits in den vergangenen Tagen dazu geraten hatte, Veranstaltungen mit über 1.000 Besuchern abzusagen, hat sich das bayerische Kabinett am Dienstag nun offiziell auf ein Verbot von Großveranstaltungen verständigt.

"Bei uns laufen die Drähte heiß, viele Veranstalter erwägen, Termine abzusagen oder zu verschieben", sagt Dörrié. Auch, weil Europatourneen nicht wie geplant stattfinden können, da Konzerte in der Schweiz und Frankreich nicht mehr erlaubt werden.

Noch keine Absagen von Konzerten in München

In der Olympiahalle fanden bisher alle Veranstaltungen wie geplant statt. Nach dem Beschluss des bayerischen Kabinetts dürfte sich das nun auch ändern.

Wie ist die Lage in der Muffathalle? Bis zum Beschluss gab sich Geschäftsführer Christian Waggershauser recht entspannt: "Ein Konzert in einem großen Saal ist wahrscheinlich sicherer, als morgens mit der U-Bahn zu fahren." Drei Lesungen wurden hier bisher abgesagt, sie stehen alle in Zusammenhang mit der Leipziger Buchmesse und werden nachgeholt.

Die Philharmonie im Gasteig teilte der AZ am Montag mit, dass Konzerte derzeit wie geplant stattfinden sollten. Doch auch hier werden die Verantwortlichen den Anweisungen der Behörden folgen. Bei Absagen gilt, dass sich jene, die Karten haben, mit dem Veranstalter in Verbindung setzen, um Geld zurückzubekommen. Für Veranstaltungen mit 500 bis 1.000 Personen empfiehlt die Staatsregierung die Absage, jeweils nach Rücksprache mit den Behörden, wie die Deutsche Presse-Agentur in München am Rande einer Kabinettssitzung am Dienstag aus Regierungskreisen erfuhr.

Coronavirus: Das sagen MVV und SWM

Dass der Betrieb mal nicht so laufen kann, wie sie sich das wünschen, sind die Mitarbeiter der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), die zu den Stadtwerken (SWM) gehört, gewohnt. Deshalb ist Sprecher Matthias Korte gelassen, wenn es um einen Notfallplan geht.

"Der Pandemieplan ist nicht anders als bei einem Streik oder einer Grippewelle", sagt Korte. "Es gibt verschiedene Szenarien, bei denen wir das Angebot reduzieren müssen, das heißt, der Fahrplan wird ausgedünnt." Alle Mitarbeiter wurden über Hygieneregeln unterrichtet. "Als Betreiber kritischer Infrastruktur müssen die SWM ihre Maßnahmen bestmöglich abwägen. Wir wollen das Ansteckungsrisiko so gering wie möglich halten und verhindern, dass Quarantäne-Maßnahmen nötig werden, die unsere Leistungen für die Stadt möglicherweise beeinträchtigen würden", schreiben die SWM.

In den städtischen Schwimmbädern wurden - wie in allen städtischen Einrichtungen - zudem die Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen verstärkt. Schließungen drohen aber vorerst nicht. "Laut Robert-Koch-Institut gibt es in Schwimmbädern keine erhöhte Gefährdungslage und auch die Saunen können geöffnet bleiben, denn das Virus mag die Wärme nicht", sagt SWM-Sprecher Michael Solic.

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