"Chancen steigen": Eisbachwelle in der Warteschleife

Wie kommt endlich der Surferspot in Gang? Wer wird künftig haften? Auch das zweite Treffen zwischen Surfen und Experten im Rathaus bleibt ohne Ergebnis. Aber "die Chancen auf eine Welle steigen".
von  Irene Kleber
Die Eisbachwelle am Freitagvormittag (6.2.). Bislang türmt sich nur eine Miniwelle auf einer Seite auf. Surfen bleibt erstmal weiter verboten.
Die Eisbachwelle am Freitagvormittag (6.2.). Bislang türmt sich nur eine Miniwelle auf einer Seite auf. Surfen bleibt erstmal weiter verboten. © Daniel von Loeper

Die Mitteilung aus dem Rathaus am Freitagnachmittag ist dürr. Es seien "weitere Vorversuche notwendig". Erst dann könne man "fundiert beurteilen", wie die Surferwelle am Eisbach, die seit der Bachauskehr im Oktober kaputt ist, "am besten wiederhergestellt werden kann". Während der Vorversuchsphase bleibe das Surfen aus Sicherheitsgründen "weiter untersagt". So steht es in einer gemeinsamen Erklärung von OB Dieter Reiter (SPD) und Vertretern der Münchner Surfcommunity.

Surf-Club-Präsident: "Die Chancen sind gestiegen"

Damit hat auch das zweite Krisentreffen keine Klarheit darüber gebracht, wann der große "Hauptversuch" zur Wiederbelebung der Welle starten kann. Welche Art von Einbau im Bachbett genehmigt die Stadt? Übernimmt sie künftig die Haftung für mögliche Unfälle? Dazu wir öffentlich nichts erklärt.

Der Präsident des Surf Clubs München, Martin Grün, scheint trotzdem zufrieden. "Das war ein gutes Gespräch", sagt er auf Nachfrage zur AZ, "die Chancen sind gestiegen, dass innerhalb von zwei Monaten die Welle steht und wieder gesurft werden kann."

Der Präsident des Surf Clubs München, Martin Grün, sagt: "Die Chancen sind gestiegen, dass innerhalb von zwei Monaten die Welle steht."
Der Präsident des Surf Clubs München, Martin Grün, sagt: "Die Chancen sind gestiegen, dass innerhalb von zwei Monaten die Welle steht." © Ben Sagmeister

OB Reiter diesmal nicht am Tisch

Der OB, der diesmal nicht selbst mit am Tisch saß (anders als beim letzten Treffen vor einem Monat), hatte sich am Mittwoch den zweiten "Vorversuch" der Surfer unter Leitung des Strömungsexperten Robert Meier-Staude an der Eisbachwelle angeschaut. Da hatten sie eine flache Brettkonstruktion an Seilen ins Wasser gelassen und versucht, den Algenfilm am Bachboden nachzubauen, der bei den Putzarbeiten der Bachauskehr zerstört worden ist. "Das schaut zum Teil schon gar nicht so schlecht aus", sagte Reiter dazu in einem Instagram-Video.

Immer wieder schauen Besucher von der Eisbachbrücke aufs Wasser. Nur: Wellenreiter sind noch immer keine da.
Immer wieder schauen Besucher von der Eisbachbrücke aufs Wasser. Nur: Wellenreiter sind noch immer keine da. © Daniel von Loeper

Schaulustige: enttäuscht – und hoffnungsvoll

Am Freitagvormittag schauten, wie immer, Schaulustige an der Eisbachbrücke hinunter ins Wasser. Die einen enttäuscht, weil keine Wellenreiter auf dem Wasser zu sehen waren. Die anderen hoffnungsvoll. Denn auf der linken Hälfte des Eisbachs kann man gerade einer kleinen grünen Welle beim Auftürmen zuschauen.

Der Kies, den die Stadt vor Wochen als ersten Reparaturversuch ins Bachbett gekippt hat, zeigt offenbar Wirkung. Eine kleine Welle baut sich auf, die reicht aber nicht zum Surfen.
Der Kies, den die Stadt vor Wochen als ersten Reparaturversuch ins Bachbett gekippt hat, zeigt offenbar Wirkung. Eine kleine Welle baut sich auf, die reicht aber nicht zum Surfen. © Daniel von Loeper

Erste kleine Mini-Welle

Der Kies, den die Stadt vor einigen Wochen als ersten Reparaturversuch ins Bachbett gekippt habe, zeige an dieser kleinen Stelle Wirkung, erklärt ein Surfer vor Ort, "aber man müsste eine ganze Lkw-Ladung Kies reinwerfen, damit es für eine gute Welle reicht".
Ohnehin seien die Bedingungen für eine Welle gerade schlecht. Der Eisbach führe zu wenig Wasser, seit Tagen schon. Es braucht also weiter Geduld.

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