Bundestagswahl 2017: Direktkandidaten in München - Der Clinch im Westen

Drei Kandidaten rechnen sich Chancen aus. Dafür steigen sie bei der AZ schon einmal vorab miteinander in den Ring.
| Florian Zick
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Kämpfen sich schon einmal warm für den 24. September (v.l.): Dieter Janecek (Grüne), Stephan Pilsinger (CSU) und Bernhard Goodwin (SPD).
Sigi Müller Kämpfen sich schon einmal warm für den 24. September (v.l.): Dieter Janecek (Grüne), Stephan Pilsinger (CSU) und Bernhard Goodwin (SPD).

München - Der Münchner Westen hat wahre Dynastien hervorgebracht: Erst gab Kurt Faltlhauser hier 18 Jahre lang den Platzhirschen, dann übernahm für fast 20 Jahre Hans-Peter Uhl die Regie. Nun wird es aber auf jeden Fall ein neues Gesicht geben. Uhl macht im Alter von 73 Jahren den Platz frei für eine neue Generation.

Stephan Pilsinger heißt der junge Mann, der nach Willen der CSU die Nachfolge von Uhl antreten soll. Mit seinen 30 Jahren ist Pilsinger politisch zwar noch eher unerfahren. Man merkt ihm aber durchaus an, dass er als Münchner JU-Chef auch schon den ein oder anderen Wahlkampf mitgemacht hat.

Pilsinger ist von Beruf her Arzt und weiß, dass das bei den Leuten sehr gut ankommt. Entsprechend inszeniert er sich im Wahlkampf auch gerne im weißen Kittel und macht Werbung für eine "gesunde Politik für München". Seine Herausforderer sind Bernhard Goodwin (SPD) und Dieter Janecek (Grüne). Für einen fotowirksamen Schlagabtausch brachte die AZ die drei aussichtsreichen Kandidaten schon einmal zusammen. Vorzeitig k.o. ging dabei keiner. So wird die entscheidende Runde nun also wie geplant am 24. September an den Wahlurnen ausgefochten.

Ob es ein wirklich enger Kampf wird, ist schwer zu sagen. Die SPD hat im Münchner Westen seit 1972 nichts mehr geholt bei Bundestagswahlen. Und Dieter Janecek hat als ehemaliger Münchner Grünen-Chef zwar immer noch einen klangvollen Namen. Gut möglich aber, dass sich Goodwin und Janecek eher gegenseitig Stimmen wegnehmen.

Sollte es nichts werden mit dem Direktmandat, sind zumindest zwei der Kontrahenten recht gut über die Landesliste ihrer Partei abgesichert. Pilsinger steht bei der CSU auf 23, Janecek gehört mit Platz 6 zum bayerischen Top-Personal der Grünen. Nur bei Goodwin wird es ohne Direktmandat wohl nichts mit Berlin. Er steht bei der SPD auf einem aussichtslosen Platz 43.


Bernhard Goodwin (SPD): "Mein größtes Laster? Kässpätzle"

Bernhard Goodwin (38, Sozialwissenschaftler), ist in Stuttgart geboren, lebt seit 1999 in München, zuletzt in Freimann, hat aber auch schon in Aubing und auf der Schwanthalerhöhe gewohnt. Er ist verheiratet, hat aber noch keine Kinder. Als seinen Lieblingsplatz in München nennt er aber auch schon jetzt das Deutsche Museum.

Wie lange schlafen Sie?
Ich stehe in der Regel zwischen 6 und 7 Uhr auf. Glücklicherweise habe ich damit keine Schwierigkeiten. Ich bin kein Morgenmuffel, sondern in der Regel vom Start weg gut gelaunt.
 

Was machen Sie morgens als Erstes?
Ich schaue auf mein Telefon. Manchmal schreibe ich sogar im Bett noch schnell eine E-Mail. Solche Dinge will ich so schnell wie möglich weghaben, damit sie mich nicht nerven.
 

Lieber Sport oder Tatort auf dem Sofa?
Tatort – Spannung und Entspannung am liebsten mit Leitmayr und Batic. Die beiden Münchner Kommissare sind witzig und ernst zugleich – das gefällt mir.

Schweinsbraten oder Sojaschnitzel?
Weder noch: Kässpätzle.

Ihre schönste Reise bisher?
Meine Hochzeitsreise nach Südafrika, das war 2008. Meine Mutter wurde da in Kapstadt geboren. Deshalb ist eine Reise nach Südafrika für mich auch eine Reise in die Heimat.

Was liegt auf Ihrem Nachttisch?
Aktuell das kontrovers diskutierte Buch von Christian Ude. Ich komme zwar kaum zum Lesen, möchte mir aber gerne selbst ein Bild machen.

Das Idol Ihrer Jugend?
Thomas Edison, der Erfinder der Glühbirne und des Phonographen. Ich wollte auch immer Erfinder werden, habe bislang aber nichts erfunden, nicht einmal die Zitate in meiner Doktorarbeit – bei anderen Parteien ist das ja gerne anders.

Was tragen Sie immer mit sich herum?
Mein Telefon. Leider. Das hat schon eine gewisse Macht über mich.

Was ist Ihnen peinlich?
Das ich zu viel in mein Telefon schaue.

Worüber können Sie lachen?
Mich selbst und schwarzen Humor, vor allem über Monty Python.

Ihr größtes Laster?
Kässpätzle.

Was wollten Sie als Kind werden (und warum)?
Auch da schon Erfinder. Ich löse Probleme einfach gerne kreativ.


Dieter Janecek (Grüne): "Ich will zu oft mit dem Kopf durch die Wand"

Dieter Janecek (41, Bundestagsabgeordneter, gelernter Politologe) wurde geboren in Pirmasens. Bis 2014 wohnte er in Neuhausen, hat seinen Lebensmittelpunkt wegen der Familie inzwischen jedoch nach Wolnzach verlagert. Der ehemalige Münchner Grünen-Chef hat drei Kinder im Alter zwischen zwei und neun Jahren, spielt in der Freizeit Gitarre und ist in München immer noch am liebsten im Hirschgarten.

Wie lange schlafen Sie?
Um 7 Uhr bin ich meistens wach.

Was machen Sie morgens als Erstes?
Meine Frau zum Abschied küssen und Zähne putzen – oder besser umgekehrt.

Lieber Sport oder Tatort auf dem Sofa?
Am liebsten Rad fahren und mit den Kindern spielen, Musik machen und hören.

Schweinsbraten oder Sojaschnitzel?
Sojaschnitzel, auf jeden Fall weniger Fleisch – unterwegs in bayerischen Wirtshäusern nicht immer ganz einfach.

Ihre schönste Reise bisher?
Alleine durch die südamerikanischen Anden von Peru bis runter nach Patagonien.

Was liegt auf Ihrem Nachttisch?
"Behave“ von Robert Sapilsky, ein Buch über das menschliche Gehirn und Erklärungsmuster für unser Verhalten.

Das Idol Ihrer Jugend?
Keith Richards. Ich freue mich schon, ihn und die Stones am 12. September in München noch mal erleben zu dürfen.

Was tragen Sie immer mit sich herum?
Das Handy. Damit höre ich mir im Auto oder im Zug auch gerne Hörspiele an, vor allem Science-Fiction und Krimis. Gerade aktuell: „Eine kurze Geschichte der Menschheit“.

Was ist Ihnen peinlich?
Wenn ich den Spagat zwischen Familie und Beruf nicht hinbekomme. Da bekomme ich schnell mal ein schlechtes Gewissen.

Worüber können Sie lachen?
Zur Zeit am meisten über meine jüngste Tochter. Die ist mit ihren rund zwei Jahren schon das reinste Sprach- und Singtalent.

Ihr größtes Laster?
Ich will oft mit dem Kopf durch die Wand. Ist nicht immer gesund.

Was wollten Sie als Kind werden (und warum)?
Musiker und Gitarrist. Ich habe in meiner Jugend selbst komponiert, zeitweise mit großer Freude in einer Band gespielt. Die Freude an der Musik ist mir bis heute erhalten geblieben.


Stephan Pilsinger (CSU): "Ohne Kaffee geht bei mir nichts"

Stephan Pilsinger, (30, Arzt) ist gebürtiger Münchner. Er wohnt seit seiner Geburt in Obermenzing. Familie hat er noch keine, ist nach eigenen Angaben glücklich verliebt. Sein Lieblingsort in München ist die Insel-Mühle in Menzing. In seiner Freizeit fährt er gerne in die Berge zum Wandern oder Skifahren.

Wie lange schlafen Sie?
Vier bis sechs Stunden. Das Defizit gleiche ich dann am Wochenende wieder aus.

Was machen Sie morgens als Erstes?
E-Mails und Nachrichten lesen – dazu Kaffee. Ohne Kaffee geht bei mir nichts.

Lieber Sport oder Tatort auf dem Sofa?
Lieber raus und Laufen gehen! Joggen oder einfach nur spazieren – am liebsten an der Würm.

Schweinsbraten oder Sojaschnitzel?
Schweinsbraten. Meine Oma hat den schon so gut gemacht. Deshalb esse ich den einfach gerne.

Ihre schönste Reise bisher?
Israel 2016 – ein geschichtsträchtiges Land. Es war schön, das Zusammenspiel der verschiedenen Kulturen dort zu erleben.

Was liegt auf Ihrem Nachttisch?
Das Smartphone und ein Buch. Momentan: „Das Geschäft mit dem Lebensende“. Schwere Kost, aber ich komme nicht so viel zum Lesen. Da nehme ich lieber was, das mich weiterbildet.

Das Idol Ihrer Jugend?
Thomas Häßler fand ich ganz gut. Klein, quirlig – und in München bei einem Verein aktiv, der leider nicht ganz so mit Glück gesegnet ist.

Was tragen Sie immer mit sich herum?
Nichts Aufregendes: Smartphone, Brille, Geldbeutel. Ohne Brille ist schlecht bei mir.

Was ist Ihnen peinlich?
Meine Künste an der Torwand. Jetzt im Wahlkampf musste mal wieder ran. Ich als ehemaliger Handballer tue mich da aber schwer.

Worüber können Sie lachen?
Über Gerhard Polt. Ich mag diesen bissigen Humor.

Ihr größtes Laster?
Beim Nachtdienst im Krankenhaus muss mal eine Pizza sein – richtig schön fettig.

Was wollten Sie als Kind werden (und warum)?
Schon damals Arzt. Mein Vater hat im Pasinger Krankenhaus gearbeitet und mich da mal in einen Rettungswagen gesetzt – da war’s um mich geschehen.

Lesen Sie hier: Münchner Direktkandidaten im Süden: Wer grillt wen?

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